In einem Haus an einem Brandenburger See verwebt Jenny Erpenbeck in ihrem Roman »Heimsuchung« die Geschichte der Menschen, die es bewohnt haben, zu einer historischen Chronik. Der Bauer, der in der Zeit des Kaiserreichs seine Töchter drangsalierte, hat dort ebenso seine Spuren hinterlassen, wie der Architekt in Diensten des Nazi-Regimes, die jüdische Tuchmacherfamilie bis zu ihrer Deportation oder auch die Schriftstellerin, die von den DDR-Parteilichkeiten bis zur Wende profitierte.
Am Jungen Theater inszenieren Nico Dietrich und Tobias Sosinka die dramatische Fassung des Romans, in dem biografische Bruchstücke kollidieren und sich über Generationen hinweg immer wieder überlagern. Wie die jeweiligen politischen Verhältnisse, Brüche, Krisen und Katastrophen ihr Leben prägten. Von der gemeinsamen Forschungsreise für ihre Inszenierung berichten Nico Dietrich und Tobias Sosinka im Gespräch mit Tina Fibiger.
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