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Das Collegium Musicum bei seinem Debütkonzert in der Universitätsaula | © Photo: Wortmann
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Universitätsmusik

Renaissance des Collegium Musicum in Göttingen

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Debütkonzert mit Werken Bachs und neu entdeckter Komposition
von Jasmin D'Amico, erschienen am 26. November 2025

Ein feierlicher Anlass braucht feierliche Musik. Das Debütkonzert des Collegium Musicum am 23. November bot eine hervorragende Gelegenheit, sich mit einem durchdachten Programm barocker Meisterwerke Johann Sebastian Bachs der Öffentlichkeit vorzustellen. Doch nicht zum ersten Mal in der Geschichte Göttingens erklang Musik unter dem Namen »Collegium Musicum«. Schon im 18. Jahrhundert gründete der Bach-Schüler Johann Friedrich Schweinitz in der Universitätsstadt ein solches Ensemble. Inspiriert durch die Prinzipien der Leipziger Musikgesellschaft, brachte er die Idee eines akademischen musikalischen Austauschs nach Göttingen. Heute wird das Collegium Musicum Göttingen als Kammerorchester durch Antonius Adamske wiederbelebt, der das Konzert unter dem Motto »Nur Bach« leitete.

Den Auftakt bildete das lebhafte »Brandenburgische Konzert Nr. 5, BWV 1050«, in dem das von Studierenden besetzte Kammerorchester ein dynamisches, federndes Klangbild schuf. Besonders eindrucksvoll war das Cembalo-Solo im ersten Satz, das Antonius Adamske mit großer Präzision darbot und damit die besondere Klangfarbe des Instruments hervorhob. Unterstützt wurde das Ensemble unter anderem durch Laurens Paulsen an der Blockflöte und Lina Jarvers an der Violine, die das Werk durch ihre Soli bereicherten.

Weitere Gäste waren Magdalena Schenk-Bader, ebenfalls an der Violine, und die Cellistin Konstanze Waidosch, die das Ensemble ergänzten und den Gesamtklang abrundeten. Hervorzuheben ist die »Triosonate G-Dur, BWV 1039«, die ursprünglich für zwei Flöten und Bass gedacht ist, hier jedoch von den beiden Violinistinnen sowie von Waidosch am Violoncello und Adamske am Cembalo übernommen wurde. Durch die Streichbesetzung gewann das Werk einen warmen, intimen Klang, der das Publikum zu kräftigem Applaus bewegte.

Auch historisch blieb sich das Collegium Musicum seiner Linie treu. Bereits im 18. Jahrhundert wirkten erfahrene Musiker:innen als Mentor:innen mit; ebenso wurden die Studierenden heute von den Gästen gezielt in der historischen Aufführungspraxis begleitet. Die Klangwelt der Zeit kam besonders zum Tragen, da das Ensemble auf historischen Instrumenten musizierte, die den typischen Barockklang ebenso wie die Herausforderungen dieser Spielweise deutlich machten.

Wie souverän das Ensemble mit den Instrumenten umzugehen wusste, zeigte sich auch in weiteren Werken, etwa in der instrumentalen Arie »Bist du bei mir, BWV 508« aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach, die eine ruhig schreitende Harmonie entwickelte, sowie im »Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo, BWV 1043«, das den Abschluss des offiziellen Programms bildete.

Eine besondere Überraschung hielt der Abend zudem bereit: Nach mehr als 30 Jahren Forschung konnten zwei bislang nicht zugeordnete Orgelstücke durch die Arbeit des Musikwissenschaftlers Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs, Johann Sebastian Bach zugeschrieben werden. Eines dieser Stücke, die »Ciacona in d-Moll«, spielte Antonius Adamske allein am Cembalo – die Noten hatte er erst am Morgen des Konzerts erhalten. Innerhalb kürzester Zeit machte er das Werk konzertreif und präsentierte es mit beeindruckender Sicherheit. Ein Moment, in dem ein lange anonym gebliebenes Stück durch die Zuschreibung zu Bach neu zum Leben erweckt wurde.

Diese Verbindung aus vertrauten Klängen und neu entdeckten Melodien prägte den Abend. Ein Konzert, das die Zeitlosigkeit von Bachs Musik erfahrbar machte und zugleich den Weg für die Wiederbelebung der Tradition des Collegium Musicum in Göttingen ebnete. Die feinfühlig gespielte Zugabe, das »Air« aus der »Suite Nr. 3 in D-Dur, BWV 1068«, sorgte für anhaltende Begeisterung und zeigte einmal mehr, wie bereichernd ein universitäres Projekt sein kann, in dem Studierende historische Aufführungspraktiken erlernen und die Musiklandschaft der Universität lebendig halten.

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