Abitreffen, Gewaltfreier Kommunikations-Rap und Pandakacka-Tee? Im Apex blieb vor Lachen kein Auge trocken, denn Alice Köfer präsentierte am 13. September ihr Solo-Musikkabarett »Alice auf Anfang«.
Alice Köfer studierte in Berlin an der Musikhochschule Jazz- & Pop-Gesang. Sie hatte viele Bühnenauftritte mit verschiedenen Jazzbands, merkte aber schnell, dass ihr Herz auch stark für die Komik schlägt. Also fand sie einen Weg, ihre beiden Vorlieben Musik und Kabarett, miteinander zu verbinden. Seit 2010 ist sie mit ihrer Gruppe »Vocal Recall« erfolgreich auf Kabarett-Bühnen unterwegs. Nun feiert sie ihr Solo-Debut mit »Alice auf Anfang« und tourt mit ihrem Abendprogramm durch ganz Deutschland, unter anderem auch im Apex Göttingen.
Alice brillierte an diesem Abend mit ihrer schönen und angenehmen Stimme. Mal erzählte sie deftige Witze, mal sang sie lustige Lieder über Burgerrestaurants. Ihr zuzuhören war ein richtig entspanntes und sehr amüsantes Erlebnis zugleich. Eine Stimme, so herzerfrischend wie ein Glas warme Milch.
Ihre Witze trafen genau den Nerv des Publikums, denn sie waren sehr humorvoll, nicht zu derbe und gingen runter wie Butter. Sie erzählte zum Beispiel, wie sie sich über die unschöne Autogrammsignatur von Herbert Grönemeyer aufregte. Schließlich forderte sie ihn auf, sich mehr Mühe mit der Unterschrift zu geben! Danach teilte sie den Zuschauer:innen mit, welche unnützen Schlagzeilen ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen, wie der über den teuersten Tee, „Pandakacka-Tee.“ „Die waren bestimmt am Durchkosten. Grizzlybär-Kacka? Ne, der schmeckt nicht, aber Panda-Kacka ist eine Delikatesse!“
„Sternhagelvoll, aber dafür pünktlich ankommen!“ Auch diese Bahn-Umfrage, bei dem viele der Befragten aussagten, der Lokführer kann ruhig betrunken fahren, blieb ihr unweigerlich im Gedächtnis.
Dann sprach Alice über ihre Löffelliste, also die Liste von Dingen, die man machen will, bevor man den Löffel abgibt. Unter anderem will die Kabarettistin fremde Sprachen lernen. Darum sang sie dem Publikum ein erlerntes „kasachisches“ Winterlied vor. Und wer wollte nicht schon immer Lieder auf kasachisch oder isländisch rückwärts hören? Alice nahm auf der Bühne ihr Winterlied auf, spielte es rückwärts ab, und was kam bei raus? „Oh Tannenbaum!“ Sie hat auf der Bühnen Lieder wie „Oh Tannenbaum“ („Muabnennat oh!“) oder „Alle meine Entchen“ rückwärts auf der Bühne einstudiert, gesungen und diese dann als kasachische und finnische Lieder verkauft. Auf diese Idee muss man erstmal kommen! Das dann die rückwärts abgespielten Tonaufnahmen wirklich wortgetreu waren, ist einfach beeindruckend und sehr lustig! Dafür bekam Alice Extraapplaus!
Aber auch auf dem Klavier überzeugte Alice auf ganzer Linie. Sie sang mit ihrer gut trainierten Stimme komische, aber sehr klangvolle Lieder über Abitreffen, wen man da so wiedertrifft oder über Burgerrestaurants.
Und nicht zu vergessen: Alice führte einen Rap mit dem „coolen Beat“ der Sansula vor. Sie ist nämlich Verfechterin des „gewaltfreien Kommunikations-Raps!“ Der sanfte Klang der Sansula, ein afrikanisches Holzblock-Instrument mit Metallzungen, ist natürlich nicht für coole hippe Rap-Beats geeignet. Und was ist mit gewaltfrei gemeint? Keine Schimpfwörter! Deshalb ließ Alice das Publikum mitmachen. Als Alice ein Schimpfwort rausgerutscht ist, musste die rechte Publikumsseite sagen „Wir sind nicht böse“ und die rechte „Wir sind nur sehr sehr enttäuscht!“ Das Programm war also auch interaktiv gestaltet.
Und zum krönenden Abschluss erklärte sie den Aufbau der Wärmepumpe mit ihrer überaus kräftigen Stimme bei der sie eindrucksvoll die Stimmen von Édith Piaf, Barbara Streisand, Cyndi Lauper und Carla Bruni imitierte. Ihre Stimme imponierte das gesamte Publikum
Und war das Publikum nun „sehr sehr enttäuscht?!“ Keineswegs! Wer Lust auf einen angenehmen Abend mit viel Witz und Musik hat, der ist bei Alice Köfer gut aufgehoben. Ihr Mix aus Musik und Komik funktioniert richtig gut und sorgte für richtig gute Laune beim Publikum, und genauso soll’s sein!