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Pablo Boggiano | Bildquelle: www.pablo-boggiano.com
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GSO

Mit „Pásion“ und viel Rhythmus

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»Libertango« in der Sheddachhalle
von Philine Aleida Freese, erschienen am 14. April 2025

Lateintänze zeichnen sich durch Eleganz, Geschwindigkeit, mitreißende Rhythmen und leidenschaftlichen Ausdruck aus – besonders beliebt dabei: der (argentinische) Tango. Pablo Boggiano hat für das Göttinger Symphonieorchester ein Programm zusammengestellt, das genau diese Energie in die Sheddachhalle bringt.

Die Spannung zwischen Witz, tänzerischer Leichtigkeit und schnellen Rhythmen beginnt bereits mit den ersten Klängen von Astor Piazzollas Fuga y Misterio (Fuge und Geheimnis). Der erste Teil der Fuge, in sehr kleiner Besetzung, wird rhythmisch von einem Güiro begleitet und besticht durch seinen typisch tänzerischen Charakter. Das Fugenthema wird aufgegriffen und weiterentwickelt, bis es in einem schnellen Tutti kulminiert. Dies wird von einem Solo-Cello unterbrochen, das ein lyrisches Thema einführt, welches anschließend von der Konzertmeisterin übernommen und in der Höhe weitergeführt wird. Die beiden „tanzen“ ihren eigenen Tanz, begleitet von Hörnern. Dieser langsame Mittelteil wird von einem schnellen Tuttitanz eingerahmt.

Alfredo Schiumas Sinfonía Nr. 3 Incaica, bestehend aus drei Sätzen, ist inspiriert vom naturverbundenen Leben der Inkas. Der erste Satz strahlt vor Freude, Harmonie mit der Natur und vielfältigen Tanzrhythmen. Der zweite Satz wird von einem nostalgischen Englischhornsolo getragen, das – gemäß Dirigent Boggiano – den einsamen Kampf mit der Natur der Anden verkörpert. Unterstützt wird es durch melancholische Blechbläser-Elemente. Im dritten Satz sind diese Kämpfe überwunden, die Sinfonie findet einen schwungvollen Abschluss.

Der anschließende Malambo von Luis Milici beginnt mit einem Fagottsolo, das durch den zweiten Fagottisten zum Duett wird und dessen Thema sich durch verschiedene Instrumentengruppen zieht. Hier steht besonders die tänzerische Leichtigkeit im Vordergrund.

Pascual De Rogatis’ Tumbas Incaicas hatte – ähnlich wie Schiumas Sinfonie – die Urvölker Amerikas zur Inspirationsquelle und stellt eine fantasievolle Hommage an die Musik der alten Kulturen dar. Die solistischen Klänge von Hörnern und Holzbläsern zu Beginn lassen das Publikum noch einmal durchatmen, bevor mit dem nachfolgenden Piazzollando von Quique Sinesi das Tempo wieder angezogen wird.

Mit drei weiteren Tangos Astor Piazzollas – OblivionMichelangelo ’70 und der Milonga del ángel – zeigt das Göttinger Symphonieorchester die Vielfalt, die dieser Tanzstil zu bieten hat. Mit schnellen, komplexen Rhythmen, aber auch mit nostalgischen und schwebenden Klängen sind Piazzollas Werke wegweisend für die kunstvolle Tangomusik des „Tango Nuevo“.

Die Milonga para Hermeto von Quique Sinesi forderte besonders die Schlagzeuggruppe durch wechselnde Soli heraus. Hier entstand durch Zwischenrufe, Pfeifen und geschwungene Schals der Orchestermitglieder eine ansteckend ausgelassene Stimmung.

Ganz am Ende erwartete das Publikum das namensgebende Stück: Astor Piazzollas Libertango, dessen Titel sich aus „Libertad“ (Freiheit) und „Tango“ zusammensetzt. Mit energischen Rhythmen und chromatischen Harmonien bildete es einen kraftvollen Abschluss des tänzerischen Programms.

Im Anschluss wurde das Publikum zu einer Milonga mit DJane Felicitas ins Foyer eingeladen.

Das Programm zeichnete sich nicht nur durch seine rhythmische Vielfalt, sondern auch durch seine klangliche Transparenz aus. Über das gesamte Konzert hinweg erhielten zahlreiche Instrumente solistische Momente – besonders die Holzbläser traten dabei in den Vordergrund.

Besonders häufig vertreten waren Werke des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, der maßgeblich dazu beigetragen hat, den Tango auch auf klassische Konzertbühnen zu bringen.

Die Programmauswahl war stimmig, die Werke zeichneten sich durch Humor und Raffinesse aus – besonders schön war die spürbare Freude innerhalb des Orchesters. Es war deutlich zu sehen und zu hören, wie viel Vergnügen das Musizieren bereitete. Eindrucksvoll waren zudem die unterschiedlichen Stimmungen, die in den einzelnen Werken transportiert wurden: Während im zweiten Satz von Schiumas Sinfonie die Nostalgie dominierte, sprühten die schnellen chromatischen Linien in Michelangelo ’70 vor tänzerischer Energie.

Der in Buenos Aires geborene Dirigent Pablo Boggiano brachte die Spannung und Dynamik der Tänze mit spürbarer Leidenschaft auf die Bühne – und das Publikum blieb nicht unberührt: Viele nickten und wippten mit, der Applaus nach jedem Satz und Stück war begeistert. Die Energie des argentinischen Tangos hat die Sheddachhalle in Göttingen erheblich neu belebt.

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