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Meret Becker singt Chansons von Barbara im Deutschen Theater Göttingen | © Photo: Wortmann
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Literaturherbst

Danke Barbara, danke Meret Becker. Quelle soirée!

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Meret Becker und Dietmar Loeffler mit der Hommage an Barbara »Nachtblau«
von Jens Wortmann, erschienen am 29. Oktober 2024

Zum Abschluss des 33. Göttinger Literaturherbstes gab es noch einmal einige hochkarätige Veranstaltungen. Beim Publikum im Deutschen Theater war Durchhaltevermögen gefordert. Nicht wenige waren um 19 Uhr zu Gast bei Harpe Kerkeling und blieben auch um 21 Uhr zur »Hommage an Barbara« mit der großartigen Schauspielerin und Sängerin Meret Becker. Es sei vorweggenommen: diese Hommage war ein großartiger Schluss- und Höhepunkt. Am Ende gegen 23.45 Uhr tobte der Saal im ausverkauften Haus und gab Standing Ovation.

»Nachtblau – Chanson für eine Abwesende« heißt das Programm von Meret Becker und Dietmar Loeffler, das am 18. Oktober im TIPI AM KANZLERAMT in Berlin seine Premiere feierte. Und während Becker und Loeffler dort auf die Bedeutung der „großen unbekannten Bekannten“ hinweisen müssen, war der Auftritt geradezu ein Heimspiel. Und zwar eines, das unter die Haut ging. 

Bei ihrer Interpretation des Göttingen-Liedes, das ein Symbol für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich gilt, war die Ergriffenheit im Saal und auf der Bühne deutlich zu spüren. Natürlich erzählte Becker auch die Geschichte der Entstehung des Lieds und ihren Auftritten im Jungen Theater. „Ihr kennt die Geschichte doch“, unterbrach sie sich selbst. Und sang „Göttingen“ hoch emotional und tief berührend. Genauso gestaltete das Duo den gesamten Abend. 

Durch die zahlreichen autobiographischen Züge in den Liedern von Monique Serf, genannt Barbara, war es möglich, dem Leben der Künstlerin in Episoden nachzugehen.  So kamen Szenen aus der Kindheit vor, aber auch ihre Kindheitsträume (»Au bois de Saint-Amand«), ebenso wird ihr Verhältnis zum Vater beleuchtet (»Nantes«), der sie missbraucht hatte, und es kamen wie im Chanson »Septembre« oder auch in »Dis, quand reviendras-tu?» ihre Beziehungen und Liebhaber vor („davon hatte sie viele“, so Becker).

Meret Becker ist es gemeinsam mit Dietmar Loeffler gelungen, in Barbaras Chansons einen tiefen Einblick in die Seele der Künstlerin zu geben. Und manchmal war nicht so klar, ob es um Barbara oder um Meret Becker ging. Überhaupt betrachtete Becker sich als enge Freundin von Barbara – die nur nichts davon weiß.

Beckers Vielseitigkeit in der Gestaltung und ihre enorme Fähigkeit, Emotionen zu transportieren, ließen die Empfindungen der Chansons bildlich und sinnlich erfahrbar werden.

Nach der Pause drehte Meret Becker noch einmal gewaltig auf: nahezu für jedes Lied wechselte sie ihr Outfit (Kostüme von Esther Perbandt und Danny Reinke), und aus dem Duo Becker-Loeffler wurde ein Quartett: Marie Claire Schlarmeus am Cello und Uwe Steger am Akkordeon ergänzten die Bühnenmusik.

Der schwarze Vorhang auf der Bühnenrückwand fiel, auf der Leinwand wurden nun Emotionen und Zusammenhänge visualisiert. Die von Katrin Kersten gestaltete Bühne zeigte sich genauso wandlungsfähig wie die Protagonist:innen auf der Bühne. Selbst der Schaukelstuhl, der jetzt auf der Bühne steht, wird vielfältig genutzt.

So vergingen die über zwei Stunden wie im Fluge. Und genauso flugs stand das Publikum am Ende geschlossen auf und bejubelte vor allem Meret Becker frenetisch, aber natürlich auch das gesamte Team. Becker war sichtlich gerührt – das passiert, wenn das Publikum die Emotionen zurückgibt, die den ganzen Abend über von der Bühne kamen.

Es war ein ergreifender Abend – auch musikalisch. Die tiefe, angeraute Chansonstimme, engelsgleiche Melodien in Sopranlage, tieftodtraurige Einsamkeit (»Sterben um zu sterben«) und überbordende Fröhlichkeit wechselten sich ständig ab. Bewundernswert, wie Meret Becker dies alles in die eine Figur packt, um die es an diesem Abend ging. 

Nein, die Bedeutung Barbaras musste sie nicht in Göttingen erklären. Aber durch die Person Meret Becker, durch die anderen Musiker:innen und durch diese Inszenierung wurde deutlich, in welcher Liga Barbara gespielt hat. Nämlich ganz oben – und das nicht nur in der französischen Liga, sondern in der europäischen Champions League.

Danke Barbara, danke Meret Becker. Quelle soirée!

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