»Yesterday, all my troubles seemed so far away« – mit ähnlicher Leichtigkeit ließen Zitterbart und Pawlowski ihr Publikum die Alltagssorgen vergessen. Zitterbart ließ die Tasten tanzen, während Pawlowski mit Worten und Anekdoten über die berühmtesten Pilzköpfe der Musikgeschichte jonglierte. Nach ihrer gefeierten Suite »Jazz geht’s los« widmeten sie sich nun den Beatles: »Wer beatlet mehr?« feierte am 14. November Premiere im Apex.
Gerrit Zitterbart präsentierte hinreißende Klavierarrangements bekannter Beatles-Hits wie »Yesterday«, »Let It Be« und »Hey Jude«. Als humorvoller Avantgardist der Klassik ließ er dabei gelegentlich den Bach durchklingen: »Blackbird« zeige deutliche Anklänge an Bach – und Paul McCartney gelte nicht ohne Grund als »Schubert unter den Beatles«, wie Zitterbart dem Publikum verriet. Der eigentliche Biograf und Poet des Abends war jedoch Klaus Pawlowski. Mit verspielten Reimen erzählte er lustige und skurrile Geschichten von den Anfängen der Beatles bis zu ihren späteren Experimentierjahren. Gleichzeitig schuf er geschmeidige Übergänge zu Zitterbarts musikalischen Darbietungen, die das Publikum mühelos zum Mitsummen und Mitsingen verführten. Zwar hätten ausgedruckte Songtexte nicht geschadet, doch die Freude im Saal war groß – nicht zuletzt dank zahlreicher amüsanter wie leicht peinlicher Bilder aus der Beatles-Historie.
Für die zugleich kultige wie fragwürdige Pilzfrisur von Ringo, John, Paul und George sei übrigens Fotograf Jürgen Vollmer verantwortlich gewesen. Als Schablone habe er weder Pappkarton noch Suppentopf benutzt – sondern, wie Pawlowski scherzte, schlicht die Badehaube seiner Oma. Es folgten weitere kuriose Episoden aus dem Leben des Quartetts: von Georges viel bejubeltem Verlust der Jungfräulichkeit über die legendäre Queen-Audienz, bei der sich die Vier vor Nervosität einen Joint auf dem Palastklo drehten, bis hin zu Johns vergrabenem LSD-Täschchen, das Jahre später zufällig bei Bauarbeiten entdeckt wurde.
Zum Finale legten die beiden nochmals nach. Zu Zitterbarts Klavierklängen präsentierte Pawlowski seinen eigenen schelmischen Text zu »When I’m Sixty-Four« – Erinnerungen an Zeiten, »als wir noch jung und knusprig waren«, sorgten für ausgelassenes Gelächter im Publikum.
Alles andere als »Another Hard Day’s Night«: Gerrit Zitterbart und Klaus Pawlowski bescherten ihrem Publikum einen schummrigen, warmherzigen und humorvollen Beatles-Abend. Wer ihn verpasst hat: Das Duo tritt mit »Wer beatlet mehr?« erneut am 10. Dezember auf.