Etwa 70 % unserer Erde sind von Wasser bedeckt und doch ist noch immer wenig über diesen Lebensraum bekannt. Statt ihn zu erforschen und zu respektieren, bereiten wir ihm jedoch zunehmend Probleme. Walfang, Überfischung und Verschmutzung, vor allem durch Plastik, steht leider noch an der Tagesordnung. Denn der Mensch schützt nur, was er zu lieben gelernt hat. Genau hier möchte das zukünftige Biodiversitätsmuseum ansetzen. Anlässlich des anderthalbjährigen Jubiläums der Rückkehr des „Göttinger Wals“ im Forum Wissen wurde das Ziel gesetzt, Begeisterung und Bewusstsein für die Meere und ihre Bewohner zu wecken und zu festigen, um die Ausbeutung und Verschmutzung in den nächsten Jahren erheblich zu reduzieren.
Anderthalbjähriges Jubiläum der Rückkehr des „Göttinger Wals“
In diesem Sinne wurde am 17. August im Forum Wissen die Veranstaltungsreihe »Meer Meer Meer« eröffnet. Diese bringt unterschiedliche Perspektiven aus Kunst und Wissenschaft zusammen, um auf die Bedeutung und den Schutz der Meere aufmerksam zu machen. Die Ausstellungstücke sind dabei an verschiedenen Orten in der Göttinger Innenstadt verteilt und konnten sowohl im Alleingang, als auch auf einem geführten Rundgang der Künstlerin betrachtet werden.
Die Kunst von Inca Hooff erleben
Die 27-jährige Inca Hooff setzt sich seit vielen Jahren für den bedrohten Lebensraum und insbesondere für die dort lebenden Tiere ein. In ihren Kunstwerken verleiht sie den Meeresbewohnern eine Stimme, indem sie durch majestätische Walgestaltung oder detailverliebte Mandarinenfische Begeisterung für jene Lebewesen schafft. Eine Besonderheit sind dabei die gewählten Materialien, die Inca Hooff verwendet. Für einige ihrer Werke greift sie auf alte Kaffeesäcke aus Jute oder Metallplatten zurück und erschafft daraus neue, einzigartige Kunstwerke. So auch am 17. August, an dem sie unter dem Pottwal Skelett im Forum Wissen eine Grindwalmalerei schuf und die Besucher:innen Zeuge eines solchen künstlerischen Prozesses werden konnten. Begleitet von live Akkordeonmusik und der Staffelei ihres Großvaters, verwirklichte sich Inca Hooff ihren eigenen kleinen Traum und stand für Fragen der Gäste herzlich zur Verfügung.
Wissenschaftlichen Einblicke entdecken
Doch nicht nur Kunstwerke konnten besichtigt werden. Auch die Wissenschaft kam an diesem Tag nicht zu kurz. Denn während Kunst Emotionen anspricht und zum Nachdenken anregt, vermittelt Wissenschaft das tiefere Wissen über die Welt der Meere.
Zum Eröffnungstag konnten die Besucher:innen daher an Vorträgen passend zum Thema »Meer Meer Meer« teilnehmen. Prof. Dr. Christoph Bleidorn, der Wissenschaftlichem Leiter des Forum Wissens, beleuchtete dabei die Evolution des Wales. Wohingegen Dr. Annette Richter (Oberkustodin Naturkunde am Landesmuseum Hannover) über Fossilien referierte und besonders die kleinen Forscher unter dem Publikum dazu begeistern konnte, selbst einmal auf Entdeckungsreise zu gehen.
Ein vielfältiges Programm für Jung und Alt
Eine gelungene Eröffnung, die den Grundstein für ein vielfältiges Programm legte. Neben wissenschaftlichen Vorträgen erwartet die Besucher:innen in der nächsten Woche auch literarische Lesungen und Workshops. Ein Angebot für alle Altersgruppen, das definitiv einen Besuch wert ist. Wobei die Lesung von Oliver Dirr am Samstag den 24.08 um 15:00 Uhr als „Geheimtipp“ hervorzuheben ist. Dieser wird aus seinem Buch »Walfahrt« vorlesen und von seinen persönlichen Begegnungen mit Walen berichten.
Die Ausstellung »Meer Meer Meer« geht noch bis zum 7. September und bietet vielfältige Möglichkeiten, die Schönheit und Bedeutung der Ozeane zu entdecken.
Weitere Informationen, darunter den Plan für den Rundgang und detaillierte Veranstaltungsdaten, finden Sie auf der offiziellen Website des Forum Wissen unter www.forum-wissen.de/meer-meer-meer/. Ein Besuch lohnt sich, um sowohl Kunst als auch Wissenschaft auf eine spannende und lehrreiche Weise zu erleben.