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»Short and Sweet« im Theater im OP | © Photo: Martin Liebetruth
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Theater im OP

A momentary lapse of reason

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»Short and Sweet« directed by Karin Reilly
von Kerstin Kratzsch, erschienen am 22. Juni 2025

Der English Drama Workshop, initiiert ursprünglich von der Abteilung für Englische Philologie der Universität Göttingen inszeniert seit mittlerweile rund 40 Jahren jährlich ein abendfüllendes Stück in Englischer Sprache. Die Bandbreite dieser Stücke reicht dabei von Gruselgeschichten und Dramen über Liebesgeschichten bis hin zu Komödien und Filmadaptionen, von Shakespeare, Samuel Beckett und Edgar Allen Poe bis hin zu Harold Pinter, Alan Ayckbourn und vielen mehr. Diese Stücke in Englischer Sprache bilden einen festen Bestandteil des Spielplanes des Theaters im OP und erfreuen sich großer Beliebtheit. 

In diesem Jahr hat der English Drama Workshop (EDW) ein weiteres Projekt umgesetzt, um der großen Anzahl der Studierenden zu begegnen, die sich für Englische Theaterproduktionen interessieren. Nach der Inszenierung eines Comedy Sketches, der bei einer Wilkommensveranstaltung für internationale Studierende zur Aufführung kam, strömten anschließend  viele Interessent:innen zum Info-Stand des ThOP. Viele der theaterinteressierten Studierenden, die (noch) nicht fließend Deutsch sprechen, äußerten den Wunsch, an einer englischsprachigen Theaterproduktion mitzuwirken. Um dieser Nachfrage zu begegnen, entwickelten Karin Reilly, Darstellerin und Regisseurin beim EDW, und Barbara Korte, Geschäftsführerin des Theater im OP, die Idee für das nun zur Aufführung kommende Szenenprogramm Short and Sweet

Unter diesem Titel verbirgt sich ein abendfüllendes Programm bestehend aus englischsprachigen Sketchen, die weitgehend unbekannt sind. Regisseurin Karin Reilly erklärt, dass es ihr ein Anliegen war, neue, unbekannte Inhalte anzubieten. Es sei ihr nicht in den Sinn gekommen, so teilt sie weiterhin mit, Nummern von Monty Python zu adaptieren oder Shakespeare Parodien zu präsentieren. Nie gezeigte Szenen verschiedener Autoren bilden daher den Inhalt des Programms, welches von 14 Darsteller:innen mit viel Schwung und Enthusiasmus dargeboten wird. 

Das Publikum erwartet ein bunter Reigen aus englischsprachigen Sketchen, welche von einem multikulturellen Ensemble in Szene gesetzt werden. Die Akteure und Akteurinnen stammen neben deutschen Spieler:innen aus Sri Lanka, Pakistan, Marokko, Spanien und der Türkei. Es entsteht eine höchst lebendige Mischung aus verschiedenen Akzenten, Charakteren und Szenen voller Situationskomik. Die kurzen humorvollen Szenen leben dabei nicht nur von den enthaltenen Pointen, sondern auch von der Spielfreude der jungen Darsteller:innen und deren komödiantischen Geschick. Inhaltlich greifen die Sketche dabei teilweise aktuelle Themen auf, wie die Sogwirkung verschiedener Nachrichtenformate und Fake-news, den Betrug alter Damen durch den Enkel-Trick, das Verschwinden der Bargeldzahlung, die Tücken mobilen Telefonierens in Gegenden mit Funklöchern und Flugzeugabstürze. Andere Themen sind zeitloser und drehen sich um Paarbeziehungen, Schallplattensammler oder den Service in Restaurants. Es werden dabei auch starre Rollenmuster ad absurdum geführt. Die Sketche folgen einander in schneller Folge, lediglich unterbrochen von Szeneriewechseln, die Regisseurin Karin Reilly als „Zirkusmusik zu lautem chaotischen Umbau“ bezeichnet. Für den Zuschauenden wirken diese Umbauten allerdings sehr belebend:  Der Vorhang am hinteren Bühnenrand öffnet sich, dahinter erscheint ein Klavier, auf dem stimmungsvolle Musik gespielt wird, die beiden Seiten des Vorhangs werden von jeweils zwei Akteur:innen mit Zylinder offen gehalten, die dabei sehr anmutig die Hüften bewegen. „Wir haben das geübt“, verrät Reilly und so verstärken diese Pausen, in welchen Bühnenelemente verrückt, herein- und herausgetragen werden als zusätzliche Momente der Heiterkeit den Eindruck von quirliger Lebensfreude und Einfallsreichtum. Das Bühnenbild ist dabei zweckmäßig  und eher spartanisch. Es besteht aus einem Sofa, zwei unterschiedlichen Couchtischen, einem Garderobenständer, verschiedenen Stühlen und einem Esstisch, der in Restaurantszenen mit unterschiedlichen Tischtüchern zum Einsatz kommt. Es wird auch zwischenzeitlich das Klavier auf die Bühne gerollt, welches die musikalische Untermalung des Spiels bildet und auf dem hinter dem Vorhang mal melancholisch- besinnliche, mehr aber heiter-fetzige Melodien intoniert werden. Trotz der geringen Zahl an Bühnenelementen reichen diese in ihrer unterschiedlichen Anordnung völlig aus, um die Schauplätze der verschiedenen Geschehnisse authentisch abzubilden, die ohnehin von dem schalkhaft vergnügten, schwungvollen Auftreten der Darsteller:innen getragen werden, Deren Leistung und Überzeugungskraft sind, angesichts der Tatsachen das manche noch nie, andere noch nie in englischer Sprache im Theater aufgetreten sind, in ihrer Ausdrucksstärke und ihrem komödiantischem Talent  durchaus bemerkenswert. Karin Reilly beschreibt, dass jeder Darstellende einen eigenen Moment im Stück habe, in dem er oder sie für einen Moment als Protagonist:in im Zentrum stehen könne, einen Augenblick, um ein „Star“ zu sei. Und tatsächlich funkelt die Bühne von Sternen.

Karin Reilly und ihrem Ensemble ist es gelungen, ein Programm voll Vergnügen und Leichtigkeit, ohne Schwere und Ernst zu gestalten, dass unbedingt sehenswert ist. In einer Zeit, die durch Krisen, Bedrohungen und schlechte Nachrichten von Befürchtungen, Ängsten und Negativität geprägt ist, lädt diese Inszenierung zu Komik, Heiterkeit und Amüsement ein. Dazu, einfach nur Zuzusehen, wie sich Szenen von großer Situationskomik entspinnen, umgesetzt von hinreißenden Spieler:innen, sich entführen zu lassem aus grauem Alltagseinerlei in eine bunte, skurrile Welt und einfach nur herzlich zu lachen. 

Zu sehen ist Short and Sweet am 21.06. (Premiere), 24., 25., 27., 28.06. jeweils um 20.15 Uhr im Theater im OP

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