Ernst Paul Dörfler | © Bildquelle: Homepage des Autors
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Literturherbst

6. Sprache der Liebe: Naturschutz der Vögel zur Liebe 

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»Das Liebesleben der Vögel« von und mit Ernst Paul Dörfler
von Larissa Stöpler, erschienen am 24. Oktober 2024

Ernst Paul Dörfler ist es wichtig Ornithologie als „Bürgerwissenschaft“ zu leben. Der promovierte Ökochemiker ist schon seit seinem ersten Buch zu Naturschutz in den 80er Jahren ein wichtiger Akteur in der Vermittlung zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Umweltschutz. Mit seinem Ansatz Naturwissen (schaft) verständlich und interessant an die Bevölkerung zu vermitteln, ist er im Forum Wissen gut aufgehoben. Dort wurde er am Samstagabend, den 19. Oktober 2024, vom wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Christoph Bleidorn herzlichst zur Lesung seines Buches „Das Liebesleben der Vögel“ anmoderiert.

Auch das Forum Wissen bietet einen menschennahen Zugang zu komplexen und gesellschaftlich wichtigen Themen. Neben Dörfler sind auch Prof. Dr. Johannes Kamp als Landschaftsökologe und Naturschutzbiologe und Dr. Claudia Frank aus der Abteilung für Naturschutzbiologie an der Universität Göttingen und als Researcherin des Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) Münster eingeladen, um miteinander über Dörflers Buch und Naturschutz zu sprechen. Das Liebesleben der Vögel sei noch ein unterrepräsentiertes Forschungsthema innerhalb der Vogelkunde, so Dörfler. Dabei bietet die Verkettung zwischen Vogelwissen und dem literarisch schon vielfach verfassten Thema der Liebe einen wunderbaren Zugang für Fachfremde zur Ornithologie. Dörflers Ansatz ist so simpel wie genial: er beobachtet, was gelesen und gekauft wird, verbindet das mit dem Naturwissenschaftlichen Thema seiner Wahl und schließlich baut er so eine Verbindung zwischen Leser*in und der Natur her, die dann wiederum Grundlage ist, um über Naturschutz involvierter und aktivierter Nachdenken zu können. Von Dörflers Herangehensweise kann sicherlich so einiges für den gesamtgesellschaftlichen Diskurs über Naturschutzthemen abgeleitet werden. 

Inhaltlich schafft es „Das Liebesleben der Vögel“ nicht nur einen herzlichen Eindruck von der Vielfalt der Vögel- Soziokulturen zu liefern, sondern auch immer wieder Parallelen zum „Liebesleben der Menschen“ zu ziehen und Denkanstöße zu den vermeintlich naturalistischen Weisen zu Lieben und in Gemeinschaft zu leben mitzugeben. Auch wenn das Buch durch seine Niedrigschwelligkeit gut als Fachfremde*r zu lesen ist, fallen der Verkürzung und Oberflächlichkeit doch oft auch pointierte und fundierte Aussagen zum Opfer. Was hier und da aber an Informationen fehlt, wird durch die Fähigkeit Interesse an Vogelkunde zu wecken, wett gemacht. Eine zauberhafte Welt, charmante Allüren und überraschende Promiskuität, die man erwarten kann, wenn man mit Dörflers Blick auf die Vögel in den Himmel schaut.  

Zum Abschluss der Lesung gibt Dörfler noch einen interessanten Abriss zu den Möglichkeiten sich im Naturschutz zu beteiligen. Dazu gehört zum einen, Lebensräume der Vögel zu erhalten und selbst im eigenen Garten zu errichten, wie auch auf Lebensmittel zurückzugreifen, die nicht aus einer Landwirtschaft stammen, die mit Pestiziden arbeitet. Dadurch könnten Feld- und Wiesenvögelarten und ihre Lebensgrundlage geschützt werden. Er beendet die Lesung mit einem sehr wertvollen Sinnbild: Was ist Hoffnung? Hoffnung ist der Vogel, der im Dunkeln singt, weil er das Licht spüren kann. 

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