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Gandersheimer Domfestspiele

Publikum von »My Fair Lady« spendet für das Frauenhaus Northeim

Spende über 49.100 Euro

Die Spende in Höhe von 49.100 Euro übergaben Miriam Schwan und Guido Kleineidam nach der letzten Vorstellung von „My Fair Lady“ an die Vertreterinnen des Northeimer Frauenhauses. | © Photo: Gandersheimer Domfestspiele gGmbH / Frank Bertram

Kein Mann sollte je mit einer Frau so umgehen wie Professor Higgins mit Eliza – wie bei „My Fair Lady“ der egoistische Sprachforscher Henry Higgings die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle beschimpft und behandelt, so sollte keine Frau, so sollte niemand behandelt werden: Aus diesem Grund hatte das Ensemble der Gandersheimer Domfestspiele in einer bislang einzigartigen, eigenen Leistung beschlossen, nach jeder Vorstellung des Musicals in der abgelaufenen Spielzeit für das Frauenhaus in Northeim zu sammeln.

Die Darstellerinnen und Darsteller standen mit Hüten an den Ausgängen. Nach der letzten Vorstellung von „My Fair Lady“ konnten Doreen und Dunja vom Northeimer Frauenhaus vor vollbesetzter Festspieltribüne in einer kleinen Schatzkiste symbolisch die Spende von insgesamt 49.100 Euro entgegen nehmen. „Wir sind gerührt und sprachlos.“ Mit dieser hohen Summe habe niemand gerechnet, der Dank des Frauenhauses gelte dem Publikum für die Spende, aber vor allem auch dem Ensemble für die Initiative.

Mit der Spende kann den Frauen im erst vergangenes Jahr geöffneten Frauenhaus Northeim geholfen werden. Gewalt an Frauen sei keine Privatsache, sondern ein gesellschaftliches Thema, das alle angehe, erklärten die Vertreterinnen des Frauenhauses. Fast alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Mensch Opfer von häuslicher Gewalt oder Gewalt im sozialen Nahraum. Jede Stunde werden 14 Frauen Opfer von Vaterschaftsgewalt. Beinahe jeden Tag versucht ein Mann eine Frau zu töten. Jeden dritten Tag stirbt eine Frau an den Folgen von häuslicher Gewalt.

Mit der Spende kann das Schutzhaus in Northeim für mehr Sicherheit sorgen. Mit dem Geld soll der Außenbereich auf natürlichem Wege abgesichert und verschönert werden, so dass die Frauen und Kinder, die im Frauenhaus Zuflucht finden, dort einen Ort zum Durchatmen bekommen können. Einen Ort, an dem sie sich neu orientieren und selbstbestimmt Perspektiven schaffen können. Niemand gibt dort vor, was jemand zu tun hat.

Mehr Informationen unter www.frauenhaus-northeim.de

Bildunterschrift:

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