horizonte festival 2025: Krieg und Frieden

Information
von Julian Crozier, erschienen am 27. März 2025

Das Göttinger Symphonieorchester lädt im Mai 2025 zum zweiten horizonte Festival ein – einem bunten Mix aus neuen Formaten, neuen Spielorten und tiefgehendem Programm. Vom 4. bis 10. Mai werden neben pädagogischen Projekten vier Veranstaltungen in Göttingen stattfinden. Neu ist für horizonte 2025 die inhaltliche Rahmung KRIEG UND FRIEDEN. Teil des Festivals sind ein Konzert in der Stadthalle mit der Uraufführung von Girls und Panzer von Clemens K. Thomas, ein Konzert mit Elektro-Produzenten Leon Weber und unseren Orchesterpraktikant:innen im zufall.lab, sowie ein interaktives Spoken-Word Konzert in Kooperation mit dem freien Göttinger Theater boat people projekt. Schließlich wird der gefeierte Festivaltag sommertag in der Musa und am Leinehafen wieder aufgelegt - mit Kammermusik-, DJ- und Bandprogramm. Eine Kompositionswerkstatt mit einer Schulklasse soll sich ebenfalls mit KRIEG UND FRIEDEN auseinandersetzen und präsentiert Ihre Komposition als Auftakt der Veranstaltung.

horizonte 2025 soll durch Experimentierfreude und einer Genregrenzen-überwindenden Programmauswahl seinem Publikum einen Zugang zu zeitgenössischer Musik schaffen, partizipative und sinnliche Hörerlebnisse bieten und aktuellen gesellschaftspolitischen Themen Raum geben. Sei dabei! 

Tickets sind auf der Homepage des GSO unter www.gso-online.de sowie an allen bekannten VVK-Stellen erhältlich.

„Krieg und Frieden“, dieses Festivalmotto scheint klar zu sein – aber ist es das wirklich? Täglich verfolgen wir die Nachrichtenlage der Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen in verschiedenen Regionen der Welt. Der Krieg ist uns nahe gekommen: in Europa, in unseren Social Media Feeds, in Bezug auf gestiegene Energiepreise… Und zugleich, mit jedem weiteren Tag, wird der Krieg uns ferner. Wir stumpfen ab und finden uns mit Perspektivlosigkeiten ab. Wenn wir im Mai 2025 das Festival mit „Krieg und Frieden“ überschreiben, ist damit natürlich irgendwie – schön wär’s – der Wunsch nach einer besseren, nach einer friedvolleren Welt verbunden. Aber zugleich steht die Einsicht, dass wir diesen Wunsch aushalten müssen, dass wir ertragen müssen, dass er sich so schnell nicht einlösen wird. Krieg und Frieden sind schließlich keine klaren Zustände, sondern komplexe Entwicklungen. Anstelle einer Schwarzweißmalerei programmieren wir daher: Unmöglichkeiten, Ambivalenzen, Widersprüche und schwierige Prozesse. Und ja, vielleicht auch ein bisschen Wunschdenken und Trost.

Den diesjährigen Festivalauftakt bildet ein Matineekonzert des GSO am 4. Mai, das nach der gleichnamigen Uraufführung des jungen Komponisten Clemens K. Thomas benannt ist: Girls und Panzer. Anders als früher ist die mediale Aufbereitung von Krieg und Frieden ein immer bedeutenderer Aspekt geworden, und so behandelt auch Thomas‘ Komposition nicht das Thema Krieg, sondern dessen Konsumierbarkeit in Europa. Es geht um „Politik als Balanceakt voller Kompromisse und Widersprüche“, was auch im restlichen Programm aufgegriffen wird: „Maralinga“, ein Werk des australischen Komponisten Matthew Hindson und Composer in Focus der Saison 24/25, beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Atombombentests auf die indigenen Völker Australiens. Nähe und Austausch mit dem Publikum ermöglicht ein Komponisten-Gespräch mit Clemens K. Thomas, Nicolò Umberto Foron und Moderatorin Cosima Obert.

Weiter geht es mit zwei innovativen Veranstaltungsformaten: Die Praktikant:innen dieser Saison bespielen gemeinsam mit dem DJ, Cellist und Elektroproduzent Leon Weber erstmalig das zufall.lab. „Pastorale Elektro“ ist eine musikalische Suche nach neuen Wegen, neuen Begegnungen, neuen Möglichkeiten – man darf gespannt sein.

Im WERKRAUM treffen Musikerinnen des GSO auf das boat people projekt, und heraus kommt ein experimentelles Konzept in Form eines interaktiven Spoken-Word Konzerts zum Thema „what if… peace?“ – Frieden als Utopie.

Am abschließenden sommertag am 10. Mai treffen verschiedene Musiken und Szenen in der musa und dem Leinehafen aufeinander und erschaffen eine besondere Atmosphäre: Das Göttinger Subkultur-Kollektiv Flause präsentiert DJ-Sets, die Schüler:innen der Kompositionswerkstatt führen ihre eigene Komposition auf, und in Kooperation mit den Göttinger Abenden Zeitgenössischer Musik bieten das Ensemble hand werk sowie Mitglieder des GSO der lokalen Neue Musik-Szene in Form von zwei Kammerkonzerten eine Bühne. Der Tag und das Festival endet mit einem elektroakustischen Konzert der Band NORLYZ.

horizonte Festival 2025 – Programm

Sonntag, 4. Mai 2025, 11:30 Uhr, Stadthalle Göttingen
Girls und Panzer
Matineekonzert
Dirigent: Nicolò Umberto Foron
Violine: Tassilo Probst

Donnerstag, 8. Mai 2025, 20:00 Uhr, zufall.lab
Pastorale Elektro
Kammerkonzert
Solist: Leon Weber
Dramaturgie: Marlene Schleicher
Orchesterpraktikant:innen des GSO

Freitag, 9. Mai 2025, 10:00 Uhr (für Schüler:innen) und 20:00 Uhr, WERKRAUM
what if… peace?
Interaktives Spoken-Word Konzert in Kooperation mit boat people projekt e. V.
Dramaturgie: Nina de la Chevallerie und Charlotte Oelschlegel

Samstag, 10. Mai 2025, 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr, musa & Leinehafen
sommertag
Abschließender Festivaltag
16 Uhr: Präsentation einer eigenen Komposition von Schüler:innen / 17 Uhr: Kammerkonzert GSO / 18 Uhr: Kammerkonzert Ensemble „hand werk“, kuratiert von Bernd Schumann / 20 Uhr: Konzert der Band NORLYZ / 16-20 Uhr: Chillout-Lounge mit Bar und DJ-Programm am Leinehafen

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