Nach fünf Tagen erreichte der Göttinger Literaturherbst erstmals über 24 600 Besucher:innen – bis Festivalende waren es über 27 500 Teilnehmer:innen bei über 80 Lesungen und Gesprächen in Göttingen und der Region.
Beim nunmehr 34. Auftritt des Literaturfestivals in Göttingen wurde bereits zur Festivalhalbzeit ein neuer Besucherrekord erzielt: Mehr als 24 600 Menschen hatten bis dahin die Veranstaltungen besucht und damit den bisherigen Höchststand von 2023 übertroffen. Bis zum Abschluss des Festivals verzeichneten die Organisatoren über 27 500 Besucher:innen bei mehr als 80 Programmpunkten in Göttingen und Umgebung.
Zu den herausragenden Beitragenden zählt die Ausstellung „Zunge zeigen“, eine Kooperation mit dem Steidl Verlag im Archiv von Günter Grass, die im Festivalzeitraum rund 2 000 Besucher:innen anzog. Zudem wurde die mehrmals genutzte Spielstätte Sheddachhalle mit knapp 9 000 Gästen registriert, vor allem bei Lesungen mit Prominenz wie der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Komiker Otto Waalkes, der Autorin Caroline Wahl (die gleich zweimal auftrat) sowie den Gästen Christoph Kramer und Ella Carina Werner. Aus der Wissenschaftsreihe kamen Beiträge unter anderem von den Gästen Mojib Latif und Alena Buyx.
Festivalleiter Johannes‑Peter Herberhold erklärte, dass die Platzauslastung bei 94,9 Prozent gelegen habe – ein Hinweis auf das hohe Interesse. Der Erfolg beruhe nach seinen Worten weniger auf Zufall als auf einem kontinuierlich gewachsenen Umfeld und einer intensiven Programmarbeit.
Die Themenvielfalt war erneut bemerkenswert: Von Politik über Philosophie, Gesellschaft, Wissenschaft, Musik bis hin zur Poesie – das Festival holte Autor:innen, Denker:innen und Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen nach Südniedersachsen. So standen etwa auch der Schauspieler Richy Müller mit der Göttinger Symphonieorchester (im Projekt „Emil und die Detektive“) auf dem Programm, das sich mit rund 2 000 Besucher:innen in der Region erneut großer Nachfrage erfreute.
Ein neuer Austragungsort im Fokus war das Kunstquartier Göttingen mit dem Format „KuQua Day and Night“. Dieses kombinierte Literatur, Kunst, Gastronomie und urbanes Leben und zog viele Besucher:innen in die Innenstadt – ein Beispiel dafür, wie der Literaturherbst über klassische Lesungen hinauswirkt.
Auch digital gewann das Festival an Gewicht: Mit dem „ON AIR“-Ticket war es möglich, rund 60 Veranstaltungen bis Ende November online anzuschauen. Bereits vor Abschluss verzeichnete das Streaming-Angebot über 55 000 Abrufe – ein Zeichen dafür, dass sich das Festival zu einem hybriden Ereignis entwickelt hat.
Das Festivalprogramm schließt am 15. November 2025 mit der Verleihung des Samuel‑Bogumil‑Linde‑Preis 2025, der in diesem Jahr an Daniel Kehlmann und Jacek Dehnel gehen wird. Die Abschlussveranstaltung findet im Deutsches Theater Göttingen statt, für die noch Karten erhältlich sind. Gleichzeitig richtet der Literaturherbst schon den Blick nach vorn: Die 35. Ausgabe ist geplant für den 2. bis 11. Oktober 2026.