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40 Jahre ThOP

Der Ort ihrer Leidenschaft

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Ein Gespräch mit Barbara Korte
von Larissa Stöpler, erschienen am 05. Juli 2024

Anlässlich des 40. Geburtstages des Theater im OP (ThOP) ist Feierstimmung angesagt. Mit einem fulminanten Bühnenstück lädt das Ensemble zu einer Jubiläumsfeier in den eigenen Hallen. Darüber hinaus habe ich mich mit Barbara Korte, der Geschäftsführerin und technisch- organisatorischen Leitung des Theaters im Op über ihre Zeit beim ThOp und das, was diesen Ort so besonders macht, unterhalten.

Das Gespräch mit Barbara Korte über ihre immerhin schon fast 24 Jahre beim ThOp quillt über vor Liebe zu diesem Ort. In und zwischen jeder Zeile wird die große Wertschätzung Kortes für diesen Begegnungsort zwischen Theater, Lehre und den verschiedensten Menschen spürbar.

„Es sind die Menschen. Das ThOp sind die Menschen, die es formen. Es lebt von den Studierenden, die als Publikum vorbeikommen oder als Mitgestalter:innen mitwirken und die wir schon nach kurzem Engagement wieder verabschieden. Es sind aber auch die Menschen, die hier schon seit Jahrzehnten eine gewisse Kontinuität mitbringen und ihr umfassendes Erfahrungswissen mit dem Team teilen. Ohne sie würde ganz viel fehlen- schließlich muss ja jemand die Legenden dieses Ortes weitererzählen!“, so Korte heiter. Wussten Sie z.B., dass der Zauberer von Oz ungeplant nachhaltige Spuren im ThOp hinterlassen hat? Für den besonderen Effekt mit ungewollt jahrelanger Haltbarkeit wurde die Bühne komplett grün gestrichen. Das Streichen war nicht abgesprochen, das Grün aber dafür umso hartnäckiger. Die Geschichte des Grüns wird noch heute mit leichter Schnappatmung im ThOp mahnend weitererzählt.

Naja und dann war da wohl noch der Duschjapaner. Ja, genau der Duschjapaner. Früher gab es im ThOP eine Dusche im Backstagebereich, die irgendwann mal auch ein Gast des Seminars benutzte. Was es genau mit diesem hygienischen Mann auf sich hatte, wie er von der Dusche erfahren hatte, wie oft er sie benutzte - das weiß Korte selbst nicht so genau, da diese Episode vor ihrer ThOP-Zeit passierte. Ihr Wissen will sie aber im Zuge des Jubiläums auffrischen, um auch diese Geschichte für nachfolgende ThOP-Generationen zu erhalten

Für jedes Stück, jede Spielzeit wird das Ensemble neu gegründet. Dabei ist es besonders schön, schon bekannte Gesichter wieder sehen zu können. „Das ThOp ist ein Ort für alle. Auch das Ensemble besteht nicht nur aus Studierenden; wir haben die unterschiedlichsten Menschen bei uns. Dadurch entsteht reger Austausch und erlebt man dann die erste Premiere zusammen, entsteht ein wirklich starkes Gemeinschaftsgefühl.“ Korte betont außerdem mit Nachdruck, wie unverzichtbar die ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen des ThOps für alle konstitutiven Aufgaben eines Hand- Made- Theaterbetriebs sind. Korte selbst hat in ihrer Zeit beim ThOp schon so ziemlich überall mal reingeschnuppert. Angefangen auf der Bühne, probierte sie sich bald an Maske, Kostüm und Beleuchtung aus. Letztlich landete sie dann bei der Regie. "Kann man sich jetzt vielleicht nicht mehr vorstellen, aber bei meiner ersten eigenen ThOP-Regiearbeit „Rosenkranz und Güldenstern“ brauchte ich dringend einen Beamer, der damals aber einfach nicht aufzutreiben war. Letztlich konnten wir uns dann bei verschiedensten Stellen der Uni welche ausleihen - aber immer nur für einzelne Aufführungstermine, so dass ich quasi dauernd Beamer von A nach B und zurück getragen habe. Und fast wäre die Premiere an einem fehlenden Gerät gescheitert. Dieses erbitterte Kämpfen um einen Beamer vergisst man nicht mehr... vor allem nicht bei der ersten eigenen Regie!“ Nicht nur die Beamer- Verfügbarkeit hat sich dann doch über die Jahre weiterentwickelt. "Das ThOP ist eigentlich im konstanten Wandel- allerdings vollzieht er sich über sehr lange Zeit und ich erlebe es ja aus der Innenperspektive, daher kann ich jetzt gar nicht wirklich einzelne große Entwicklungen benennen. Was wir aber z.B. seit ein paar Jahren eingeführt haben, sind die sogenannten 'Vertrauenspersonen'. Das sind Ansprechpersonen für Angehörige des ThOps, an die man sich wenden kann, wenn man Diskriminierungserfahrungen im Team gemacht hat oder übergriffig behandelt wurde z.B. Für uns ist es zwar eh das Kredo, einen diskriminierungsfreien Ort herzustellen, aber wir empfinden es auch als ein Qualitätsmerkmal, dass wir eine 'institutionalisierte' Anlaufstelle anbieten können, wenn in einem Betrieb mit so vielen Menschen doch Vorkommnisse passieren sollten.“

Corona habe auch dem ThOp- Betrieb eine markante Kerbe verpasst. Dadurch, dass das ThOp zu Lehrveranstaltungen gezählt wurde, konnte es nicht wie andere Theater Vorstellungen nach den G-Regeln aufführen, sondern musste gänzlich auf Zusammenkünfte und Aufführungen verzichten. Besonders schwer wäre es gewesen, so Korte, dass zwei vollständig ausgearbeitete Stücke, es nie zur Bühnenpräsenz geschafft haben. „Die Kostüme hingen schon bereit.“, sagt Korte bedrückt. Aber auch hier sei, trotz aller Widrigkeiten, dass Soziale wieder das Verheerendste gewesen. „In dieser Zeit haben uns kaum Leute kennen gelernt, Darsteller:innen haben uns wieder verlassen, ohne dass wir uns gebührend von ihnen verabschieden konnten.“ Doch auch diese Herausforderung hat das ThOp überstanden und kann nach all den Irrungen und Wirrungen der vergangenen 40 Jahre auf aufregende weitere 40 gespannt sein.

Barbara Korte freut sich auf die Zukunft und wünscht sich, dass die Mischung zwischen Spiel- und Lehrbetrieb so weitergeführt werden kann. Sie verspricht weiterhin ein abwechslungsreiches Theaterprogramm aus klassischen, modernen und eigenen Stücken auf Göttingens urigster Theaterbühne.

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