St. Jacobi

Universitätsorchester und -chor unter der Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm hatten für das Konzert zum Semesterende ein grandioses und in jeder Hinsicht stimmungsvolles Programm ausgewählt.

Die Ouvertüre zur Oper „Die Macht des Schicksals“ von Guiseppe Verdi eröffnete den Abend und setzte gleich den Maßstab für die nachfolgenden Werke. Sehr differenziert in der Dynamik und mit fein herausgearbeiteten Motiven ließen die jungen Musikerinnen und Musiker die Jacobikirche fast zum Opernhaus werden. Auf dieses groß instrumentierte Werk folgte mit verkleinertem Ensemble als zweites Werk des Abends das Klarinettenkonzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mit Manfred Hadaschik als Solisten. Der Solo-Klarinettist des Göttinger Symphonie Orchesters ist dem Universitätsorchester eng verbunden, da er regelmäßig in der Probenarbeit die Holzbläsergruppe als Coach begleitet. Begann der erste Satz des Klarinettenkonzerts im Orchester noch etwas verhalten, entwickelte er sich mit dem Einsatz der Solo-Klarinette zu einem fein austarierten Miteinander. Hadaschik gestaltete seinen Part feinsinnig und hochdifferenziert. Nach dem langsamen zweiten Satz, der zum Dahinschmelzen schön war, wurde das abschließende Rondo mit sprühendem Tempo und lockerer Leichtigkeit musiziert - anschließend gab es für den Solisten langen, begeisterten Applaus.

Für das dritten Stück des Abends, der Cäcilienmesse von Charles Gounod, wurde das Orchester durch Gäste zu einem großen Symphonieorchester verstärkt. Das Werk erfordert eine volle Bläserbesetzung mit vier Fagotten sowie Harfe und Orgel. Diese ersetzte mit ihren tiefen Registern den von Gounod geforderten Oktobass, ein Instrument, das bei der Premiere des Stücks 1855 zum ersten Mal überhaupt gespielt wurde und danach schon aus Praktikabilitätsgründen kaum je wirklich zum Einsatz kam. Schon an der Instrumentierung ist das große und auf prachtvollen Klang angelegte Werk, das durchaus opernhafte Züge besitzt und damit den Bogen zum ersten Stück des Programms schlägt, zu erkennen. Der Universitätschor war bestens aufgelegt und stellte sich dieser Aufgabe mit sattem, vollem Klang und präziser Ausführung. Besonders die hell strahlenden Sopranstimmen setzten schöne Glanzlichter. Auch die drei Solisten, Sopranistin Theresa Sommer, Tenor Manuel König und Bass Jean-Christophe Fillol trugen als Ensemble und solistisch zur Klangfülle bei. Gounod erweiterte die klassischen Teile der Messe um ein Offertorium, das nur instrumental besetzt ist und um ein Fürbittengebet zum Abschluss. Dieses Domine, salvum fac ist ursprünglich der französischen Nation, der Armee und Napoleon gewidmet gewesen und so erklangen zum Abschluss diese Bitten, nun für Kirche und Republik umgewidmet, im Stil einer Militärkapelle – aufwändig und prachtvoll wie das gesamte Werk. Das Publikum bedankte sich für diese überaus klangprächtige Aufführung mit langanhaltendem Applaus.

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