Aula der Waldorfschule

Das Motto „Adventure!“ hat sich nicht nur zum Gründungskonzert bewährt. Seitdem gehören musikalische Abenteuer bei „göfonio“ einfach zum guten Ton. Jederzeit zu haben ist Göttingens erstes symphonisches Blasorchester auch für musikalische Überraschungen. Die gab es ganz besonders bläserstark beim Doppelkonzert mit dem Fanfare-Orchester „Concordia Bergschenhoek“ in der Aula der Freien Waldorfschule. Schon Monate vor dem Gründungskonzert hatten sich die niederländischen Gäste für ihre Jubiläumstour zum 80jährigen Bestehen ihres Musikvereins ein gemeinsames Konzert mit „göfonio“ gewünscht. Und so verständigten sich eben 90 Musiker auf ein gemeinsames musikalisches Abenteuer mit zwei Orchestern.

Bei „göfonio“ sind erneut Weltenbummler am Werk, die mit Dirigent Holger Bertram ferne Kontinente durchstreifen. Mit Blick auf das nächste „göfonio“ Konzert im November stimmen sie ihr Publikum auch auf die musikalischen Reisepläne unter dem Motto „Out of Africa“ ein: Mit einem inspirierenden Umweg über einen persischen Markt. Flöten und Klarinetten führen die musikalische Karawane an, die mit dem klangreichen Aufgebot an Holz- und Blechbläsern und vielen perkussiven Farben schon bald Teil eines abenteuerlichen Spektakels wird. In den „African Inspirations“ von Markus Götz faszinieren die Landschaftsbilder, wie sie die musikalische Karawane erkundet und so die Fantasie der Zuhörer beschwingt, die sich schon bald auf einer Safari wähnen, bei der jetzt die Elefanten mit dem dunklen Puls der Trommeln und der Bassstimmen den Ton angeben. Sie stampfen durch das Reiseabenteuer mit den Motiven des Volksliedes „Siyahamba“, in dem die wechselnden Stimmungen eines ganzen Tages anklingen. Das aufmunternde Sonnenpanorama, von dem die Bläserstimmen erzählen, mündet in ein geschäftiges Tagwerk, zu dem sich Flöten und Klarinetten gesellen und später auch die Oboen, bis sich dann mit den sanften Melodiebögen eine kontemplative Abendstimmung ausbreitet. John Miles‘ musikalische Hymne „music was my first love“ darf bei diesem musikalischen Abenteuer für zwei Orchester natürlich nicht fehlen und strahlt bei „göfonio“ jetzt wunderbar symphonisch, bevor die Gäste aus den Niederlanden mit ihrer Nationalhymne begrüßt werden.

„Concordia Bergschenhoek“ spielt nach der Pause die deutsche Nationalhymne als erstes musikalisches Begrüßungsgeschenk. Das Fanfare-Orchester mit seinem Dirigenten Arie Stolk versteht sich auf gute Laune mit viel Swing und Drive und das mit einer imposanten Blechbläserbesetzung. In der sind bis auf die Saxofone keine weiteren Holzbläser mit im Spiel sind, dafür ein besonders starkes Aufgebot an Flügelhörnern für die Melodieführung. Schon bei der Konzertouvertüre „Where Eagles Soar“ formieren sich die Musiker zu kraftvollen Dialogen zwischen den Bläserstimmen. Die dramatische Erzählung um die Germanengöttin Freya und ihren Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit verwandeln sie in ein musikalisches Schauspiel. Auch in der „Zwaanriddersage“ mit dem Arrangement um die Lohengrin-Legende fasziniert die musikalische Bildsprache im Stil einer symphonischen Dichtung, wo die Bläserstimmen zischen, flüstern und raunen, um sich erneut kämpferisch aufzubäumen und dann die Sehnsuchtsträume des Schwanenritters schwärmerisch zu umspielen.

Für rhythmische Abenteuer und den ganz subtilen Groove von Offbeats ist das niederländische Fanfare-Orchester besonders gern zu haben. Und das nicht nur bei Astor Piazzollas „Adiós Nonino“, wo auch die melodischen Motive hoch emotional bewegen. Es groovt sogar in den „Symphonic Marches“ von John Williams, wo Bläser und Percussion sich mit allerfeinsten Phrasierungen und Nuancierungen die Bälle zuspielen. Beim „Balcan Dance" lässt es „Concordia Bergschenhoek“ auch mal mächtig rocken, und so mancher Konzertbesucher wünscht sich für den Moment eine Tanzfläche, so wie bei der musikalischen Hymne von John Miles, mit der „göfonio“ den Saal der Freien Waldorfschule rockte.

So ein musikalisches Abenteuer mit 90 Musikern und zwei Orchestern verlangt natürlich auch nach einem gemeinsamen Konzertauftritt und einer Widmung für die junge deutsch-niederländische Orchesterfreundschaft. Es ist auch ein tolles Aufgebot für den Europagedanken und nicht nur für die musikalisch inspirierende Verständigung, die das Publikum mit den Musikern und mit der Europahymne im Geiste Beethovens feiert: Mit seiner Ode an die Freude.

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