musa

Nachdem das für Dezember geplante Konzert des Liedermachers Funny van Dannen krankheitsbedingt ausgefallen war, wurde es nun im Großen Saal der musa nachgeholt. Diese war gut besucht, wenn auch nicht ganz ausverkauft. Van Dannen kann auf einige Jahrzehnte des Musizierens und Tourens zurückblicken und hat sich in dieser Zeit seine eigene Nische in der Musiklandschaft geebnet. Das ist gar nicht so leicht, doch van Dannens kontinuierlich hohes Niveau an Originalität und Kreativität machen ihn für alle möglichen Menschen, die sich schon mal die ein oder die andere, oder gar zu viele Fragen über das Leben gestellt haben, zu einer anregenden Anlaufstelle. Seine facettenreichen Texte stehen dabei im Mittelpunkt. Untermalt werden sie von eingängigen, chansonartigen Liedern auf der Akustikgitarre, die zwar originell sind, aber doch auch viele Ähnlichkeiten untereinander aufweisen und nicht die ungeheure Abwechslung seiner Texte bieten. Mit seinem neuen Album Alles gut, Motherfucker und vielen älteren Liedern im Gepäck sorgte er für einen rundum unterhaltsamen Abend in der Göttinger musa.

Mit kurzer Verspätung betrat um kurz nach acht ein gut gelaunter Funny van Dannen die Bühne und brachte große Teile des Publikums bereits mit seinen ersten drei Songs dazu, ausgelassen zu lachen. Seine einzigartige Mischung aus Witz, Charme, Melancholie, Ernst und irren Ideen kam gut an. Die ersten Songs waren dabei auffällig optimistisch und fröhlich gestimmt, was für van Dannens Musik zwar nicht unbedingt eine Seltenheit ist, jedoch schon eher ungewöhnlich wirkte, da seinen Texten häufig melancholische Gedanken zu Grunde liegen. Galgenhumor ist wohl das Stichwort. Die Welt, die van Dannen in seinen Texten beschreibt, ist voll von Chaos und Irrsinn. Seine Texte sind zwar ausgedacht, aber welche, wenn nicht diese wirklich verrückte Welt, könnte eine bessere Grundlage dafür bieten?

Van Dannen gewinnt in seinen Texten allem Möglichen etwas Interessantes ab. Oft sind es Geschichten aus dem Alltag, Betrachtungen des Lebens, der Gesellschaft, der Liebe und vielen anderen Dingen, die uns alle in irgendeiner Weise betreffen. Da können dementsprechend die meisten etwas mit anfangen. Doch so originell wie von van Dannen bekommt man nicht oft etwas über das Leben vorgesungen. So schien es auch das Göttinger Publikum zu empfinden und es nahm seinen Auftritt mit Begeisterung an. Viele sangen mit und es wurde viel gelacht und geklatscht. Viel Bewegung war zwar nicht im Publikum, dafür aber viele fröhlich verklärte Gesichter soweit das Auge reichte, und hier und da auch ein paar nachdenkliche. Ob seine Lieder nun von der Sehnsucht nach Umstürzen, dem Erstarken des Rechtspopulismus, von der Liebe und vom Glück, oder von halbnackten Menschen, die Löwenzahn am Straßenrand pflücken, handelten, die Menge schien von allem äußerst begeistert.

Etwa die Hälfte des Sets bestand aus Songs von van Dannens neuem Album, die andere Hälfte füllte er mit altbekannten Kultsongs, wie z.B. Schilddrüsenunterfunktion, durch welches endlich ein für alle Mal klargestellt wird, wodurch nahezu jede Form von Leid entsteht. Kein Rinderwahn, keine Ganzjahresdepression, nein! Schilddrüsenunterfunktion. Das Publikum sang erfreut besonders laut mit, denn dazu sind viele von van Dannens Lieder wie geschaffen.

Nach annähernd zwei Stunden kurzweiliger Lieder voller Unterhaltung war dann Schluss. Die ersten wurden schon müde, mehr hätte es wohl nicht sein dürfen. Bei aller Unterhaltsamkeit der Texte werden die immer gleichen Akkorde und Songstrukturen doch irgendwann etwas monoton. Van Dannen hatte allerdings sichtlich Spaß an seinem Auftritt und ebenso das Publikum. Der Liedermacher ist, ob Live, oder daheim, eine große Bereicherung für Jung und Alt. Nur an Geist sollte es beim Hören nicht mangeln, denn davon sind van Dannens Texte voll bis oben hin.

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