Orchester Göttinger Musikfreunde

Das Orchester Göttinger Musikfreunde (OGM) und sein Leiter, der Dirigent Johannes Moesus, hatten zu ihrem Konzert in der Universitätsaula die Pianistin Laura De Lorenzis eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends stand das Klavierkonzert a-Moll von Edvard Grieg.

Spannungsgeladen und voller Energie startete das Doppeltalent De Lorenzis (sie ist auch Ingenieurin in Braunschweig) in dieses Klavierkonzert. Sowohl der große Steinway-Flügel der Aula als auch das gut aufgelegte Orchester nahmen diese Kraftprobe an und hielten stand. Nach dem starken Beginn folgen allerdings auch zahlreiche lyrische Passagen, in denen man eher zartere Töne erwartet hätte. Hier hätten die Kräfte etwas mehr dosiert werden können. Dennoch beeindruckte die Pianistin durch ihre Virtuosität. Johannes Moesus gab den einzelnen Instrumentengruppen im Orchester Raum: der norwegische Komponist hatte zahlreiche Passagen zum Beispiel den Hörnern oder den Oboen gegeben, die ihren Part wunderbar gestalteten. Aber auch die Streicher brachten die norwegischen Farben zum Klingen, insbesondere überzeugten die Celli durch einen ausgesprochen homogenen Klang.
Moesus wählte am gesamten Abend angemessene, aber nicht zu zügige Tempi, das zeigte sich schon zu Beginn des Abends bei Beethoven Egmont-Ouvertüre. Nach der eher ruhigeren Einleitung hätte vielleicht der Kampf zwischen dem Tyrannen Napoleon und dem unterdrückten Volk noch deutlicher dargestellt werden können. Am Ende triumphierten die gut disponierten Trompeten bei den Siegesfanfaren.

Etwas brenzlig wurde es nach der Pause bei dem Notturno H-Dur von Antonín Dvořák, einer Bearbeitung für Streichorchester von Dvořák, ursprünglich war das Stück ein Teil eines Streichquartetts. Das Orchester benötigte einige Takte, um sich in dieses komplexe Werk einzuspielen, fand dann aber doch schnell wieder zusammen. Moesus nutzte diese „Nachtmusik“ als direktes Vorspiel zu Schuberts „Unvollendeter“, der Sinfonie Nr. 7 in h-Moll.
Hier zeigte das Orchester sich von seiner besten Seite: die Melodien wurden mit Spielfreude vorgetragen, die Tänze erklangen mit schöner Leichtigkeit, die Dramatik zwischendurch hinreichend bedrohlich. Und in dem eher nach innen gekehrten zweiten Satz überzeugten alle Instrumentengruppen. Im Programmheft war zu dieser Musik zu lesen: „Das innere Gleichgewicht scheint gefunden“ – das traf dann auch auf die Ausführenden zu.

Kommentare powered by CComment

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Lieber Gast,
vielen Dank für Ihr Interesse an den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Die Erstellung von Terminen und Texten kostet Geld - denn es sind Menschen, die diese Termine erfassen oder die Texte schreiben. Deshalb bitten wir Sie, entweder ein Abonnement abzuschließen oder für diesen einzelnen Beitrag einen Betrag zu bezahlen.
Vielen Dank!
Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok