St. Paulus

Unichor und -orchester und ein phantastisches Solistenquartett unter Ingolf Helm

Das Requiem von Giuseppe Verdi ist Kirchenmusik im Opernformat: groß – auch in der Besetzung des Orchesters - und hochdramatisch. Für ein Laienorchester eine extreme Herausforderung, die das Universitätsorchester unter der Leitung des Akademischen Musikdirektors Ingolf Helm mit Bravour meisterte. Der Altarraum der ausverkauften St. Pauluskirche war mit dem knapp hundert Sängerinnen und Sängern umfassenden Universitätschor und dem Orchester bis zum Rand gefüllt und das Solistenquartett war geschickt auf einer hohen Stufe platziert. Die frisch renovierte Kirche bot den Ausführenden nicht nur beste Beleuchtung zum Musizieren, sondern auch eine von vielen Seiten gelobte Akustik. Chor und Orchester waren bestens vorbereitet und ließen an keiner Stelle Unsicherheiten oder Klangprobleme hören.

Wenn man bedenkt, dass nur die Vorlesungszeit im Semester für die Einstudierung zur Verfügung steht und die Studierenden aktuell auch noch in der Prüfungsphase sind, lässt sich diese Leistung nicht hoch genug einschätzen. Ein Merkmal des Universitätschores ist durch die vielen jungen Stimmen ein besonders strahlendes Klangbild und so konnte auch in dieser Aufführung der Chorsopran helle Glanzlichter setzen. Bis zu der Schlussfuge des Libera me sangen alle Stimmgruppen, die von Andreas Jedamzik bei der Einstudierung unterstützt wurden, mit hoher Konzentration und sicherem Zugriff.

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Die hohe Qualität der Aufführung wurde durch das phantastische Solistenquartett noch gesteigert: In der Aufführung am Samstag war kurzfristig der Tenor Sungmin Song, der zum Ensemble des Saarländischen Staatstheaters gehört, für den erkrankten Adam Sanchez eingesprungen und begeisterte die Zuhörenden mit seinem ungemein flexiblen und über alle Lagen auch im Pianissimo unangestrengten Klang. Auch Joana Caspar (Sopran) wusste vollends zu überzeugen, sie gestaltete ihre Partie intensiv und ließ damit den Textinhalt des Requiems von Leid und Trauer bis zum Furor des Jüngsten Gerichts erklingen. Anna Bineta Diouf (Mezzosopran) nutzte mit ihrer profunden tiefen Lage sowie Fülle und Ausdruck in der Höhe ebenfalls alle Gestaltungsmöglichkeiten der Partie auf beste. Hinrich Horn ergänzte das Solistenquartett in der Basspartie und hatte es gegenüber seinen stimmstarken Kolleginnen und Kollegen mit seiner eher baritonal angelegten Stimmfärbung eher schwer. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau, denn ein Solistenquartett mit solcher Gestaltungskraft ist ein seltenes Konzerterlebnis.

Dementsprechend langanhaltend und kräftig war der Schlussapplaus des Publikums für alle Ausführenden als Dank für ein Konzerterlebnis, das sich nachhaltig in die Erinnerung eingeschrieben hat.

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