Marienkirche

Nach einem Jahr Pause war der Kammerchor Hannover unter seinem Leiter Stephan Doormann wieder in Göttingen zu Gast. Das Publikum bedankte sich für das Konzert mit einem sehr guten Besuch in der Marienkirche – in der bereits der Doormanns Großvater Ludwig Doormann gewirkt hatte.

Das Konzert stand unter der Überschrift „Das Licht“. Es kamen adventliche und weihnachtliche Chorwerke zum Erklingen, die das Thema Licht von vielen Seiten beleuchteten. Allen voran das alte Kirchenlied „Veni, veni Emmanuel“, mit dem der Chor in die Kirche einzog. Und schon hier setzten die Sängerinnen und Sänger ein erstes Ausrufezeichen was Ton- und Klangqualität angeht. Aber auch, was den Schwerpunkt der Literatur dieses Chores angeht. Denn das Lied wurde in einem Arrangement des 1938 geborenen schwedischen Komponisten Jan Åke Hillerud gesungen.

Die „skandinavische Moderne“ war an diesem Nachmittag des dritten Advents stark vertreten. Trotzdem war das Programm kein abschreckend modernes. Im Gegenteil: wenn ein Chor zum Beispiel die Weihnachtsmotetten von Francis Poulenc singt und diese komplexe Musik ganz leicht und frisch erklingt, dann zeigt sich die wahre Qualität des Chores und seines Chorleiters. Das „O magnum mysterium“ erklang so zart, so rein und so intonationssicher, dass dieses große Wunder des Klangs direkt die Herzen erreichte.

Es erklangen noch Werke von Per-Erik Moraeus (Koppangen im Arrangement von Robert Sund), Eric Whitacre, Ralph Vaughan Wilmiems, Gilad Hochman, Philip Lawson und Morten Lauridsen. Sehr schön, dass der Satz von Gottfried Wolters zu „Maria durch ein Dornwald ging“ gesungen wurde. Der Komponist und Chorleiter Wolters (1910–1989) war eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Singbewegung im letzten Jahrhundert. Viele Choristinnen und Choristen sind von seinen Liedern geprägt, auch wenn seine Kompositionen heute nicht mehr so bekannt sind.

Im Programm des Kammerchor Hannover standen auch Werke von Johann Sebastian Bach: Hans-Jürgen Dormann spielte Choräle auf der Orgel der Marienkirche. Eingerahmt waren diese von gesungenen Chorälen von Bach. Hier wählte Stephan Doormann eher zurückhaltende Klänge und Interpretationen.

Den Abschluss bildete wieder eine Vertonung von „O Magnum Mysterium“, diesmal in der Komposition von Morten Lauridsen.

Der Kammerchor Hannover besticht durch den ausgewogenen Klang der 24 Sängerinnen und Sänger, seine lupenreine Intonation und durch die ungemein starke Ausdruckskraft. Das Publikum in der Göttinger Marienkirche war tief beeindruckt und zeigte dies durch anhaltenden Applaus, der mit einer Zugabe belohnt wurde.

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