Birds

Schon lange zwitscherten es die Vögel vom Dach – nun war es wieder so weit. Rue Royale, das ist das Ehepaar Ruth und Brookln Dekker aus Nottingham. Und das „Birds“ die diesmalige Location. In Göttingen dürften sich die Dekkers mittlerweile fast wie zu Hause fühlen. Zum dritten Mal innerhalb von 4 Jahren machen sie in unserer kleinen Musikhochburg eine musikalische Rast. Vom Nörgelbuff ging es über die musa bis hin zum sehr familiären und kuscheligem „Birds“. Dieses Mal im Gepäck: Ihr neues Album „In Parallel“.

Wer also eine Karte für den 11. Dezember 2018 ergattern wollte musste sich früh genug um den Kartenkauf kümmern. Getreu dem Motto: „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“. Und dass sich vorrausschauendes Planen manchmal eben doch lohnt, führen uns Rue Royale atmosphärisch zu Gehör. Sie verwöhnen uns mit einigen Highlights ihrer vorangegangenen Alben, wie zum Beispiel „Tiny Parcels“ oder „Shouldn´t Have Closed My Eyes“ aus dem Longplayer „Remedies Ahead“. Selbstredend gemischt mit Songs aus dem aktuellem Album. Diese ganz eigene spährische Klangstruktur von Rue Royale entwickelt eine Thermik, die uns Zuhörer einfach mitträgt und aufsteigen lässt in den Hochgenuss dessen, was Musik bewirken kann. Wer jetzt einen Thermik-Birds-Vergleich erwartet: Fehlanzeige. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel Klang und Athmospäre erschaffbar sind durch zwei wunderbar ausgesprägte und wie füreinander geschaffene Stimmen, eine Akustikgitarre, E-Piano und diversen Soundpads. Man könnte Rue Royale stundenlang zuhören. Und wenn man ihnen schon jahrelang zuhört fällt einem auf, dass sie hier heute im „Birds“ ihren älteren Songs eine gehörige Prise Bühnenkreativität mitgeben. Verständlich und gut, wenn man bedenkt, dass das Duo schon seit 2006 zusammen agiert und mancher Song von ihnen schon eine Dekade existiert.

Und dass es ihnen genau so viel Spaß macht wie uns Zuhörern, lassen sie uns durch sehr viele persönliche Geschichten zwischen den mit Hingabe gespielten Songs spüren. Die frenetisch applaudierenden Fans, denn zu denen ist jeder geworden, der an diesem Abend mit dabei war, werden mit zwei weiteren Zugaben verwöhnt. Gänsehaut bei der letzten Zugabe inklusive. Die Ruhezeit ab 22 Uhr ist schon längst überschritten. Also was tun? Verstärker und Technik aus; Akustik und noch mehr Gefühl an. Ruth und Brookln auf „Du“ und „Du“ mit Gitarre, ihren Stimmen und den Fans, welche leise im Chor den letzten Song „Even In The Darkness“ mitsingen.

Rue Royale, das „Birds“ und der Veranstalter „mukke booking“ haben wieder einmal Tolles geschaffen, wie auch der libanesisch-amerikanische Maler, Philosoph und Dichter Khalil Gibran, dessen Zitat das Erlebte und Erfühlte von diesem Abend allumfassend beschreibt:

„Das Zwitschern des Vogels weckt den Menschen aus seiner Gleichgültigkeit. Er lauscht dem Lied und rühmt die Weisheit dessen, der das süße Lied des Vogels schuf ebenso wie die zarten Empfindungen des Menschen.“

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