Torhaus-Galerie

Heidi Köpp hat viele Talente. Gesang ist das Augenscheinliche, warum sich eine Gruppe von gut 50 Leuten in der Thorhausgalerie eingefunden hat. Darunter viele Freunde und langjährige Fans. Daher hatte dieses Konzert eine familiäre Atmosphäre. Es wurde schnell klar, warum sich so ein treue Fanbasis angesammelt hat. Der Zauber ihrer Konzerte liegt nicht nur in ihrer guten Stimme, sondern auch an der Art wie sie singt und auftritt. Sie hat das Charisma eines Stand-Up Comedians, wenn sie Witze reißt und Anekdoten aus ihrem Leben erzählt. Man merkt, sie hat eine richtig gute Zeit auf der Bühne und diese Energie springt aufs Publikum über. Mit sportlicher Selbstironie und ihrem ansteckenden Lachen gewinnt sie die Zuneigung des Saals, ohne auch nur einen Ton zu singen. Der Gesang ist der große Bonus. Heidi Köpp präsentierte ein breites Spektrum an Lieder von rockigen Hits bis zu Klassikern der Weihnachtsmusik aus 2000 Jahren Musikgeschichte. Darunter auch ein paar Songs aus der „Hitschmiede Köpp". 

Heide Köpp hat eine klassisch gebildete Naturstimme mit großem Umfang und viel Power. Im Vertrauen auf ihre Stimmkunst zeigte sie Mut zur Interpretation. Sie machte aus jedem Lied etwas Neues und keines klang gleich. Mary`s Boy Child sang sie mächtig und rauchig; „Süßer die Glocken nie klingen“ weich und liebevoll; „Drei Könige“ (Peter Cornelius) klassisch, opernhaft. „And I love her“ (Beatles) ausdrucksstark und beschwingend; „Whom did you mean“ (Eigenkomposition) wuchtig rockig; „All of mine“ (John Legend) romantisch und ergreifend; „Light Up my life” (Judy Garland) tief dramatisch; „Leise reiselt der Schnee“ kristallern hell. Egal wie oft man ein Lied schon gehört hat, Heide Köpp singt es in einer neuen Facette mit der individuellen Qualität ihrer Stimme. Dieser Ansatz bringt auch mit, dass man bei dem ein oder anderen Lied nicht Gefallen an ihrer Interpretation findet. Aber wie Heide selbst anmerkte „Die Lieder sind kurz. Wenn es Ihnen nicht gefällt, in drei Minuten ist es vorbei.“

Es dauerte ein bisschen bis sie das eher betagte Publikum zum Mitsingen animiert hatte. „Bei Stille Nacht“ war endlich das Eis gebrochen und das Publikum stimmte mit ein. Bei „Oh du Fröhliche“ fassten sich sogar alle an den Händen und schunkelten mit.

Eine Verschmelzung ihrer zwei größten Leidenschaften – Archäologie und Musik – gab es bei dem Song „Little Drummer Boy“ den sie ohne Mikrofon sang und auf einer antiken Trommel begleitete. Als ausgebildete Ägyptologin schlägt ihr Herz auch für Lieder dieser Kultur, die sie sich allerdings für ihren nächsten Auftritt am 14. Februar 2019 im Kästner Museum Hannover aufgehoben hat.

Eine Verschmelzung von Comedy und Musik gab es zum Abschluss des Konzerts, als sie die Weihnachtslieder „Leise rieselt der Schnee“, „Stille Nacht“ und „Oh Tannenbaum“ auf die Melodie von Madame Fischers „Atemlos“ rockte.
Mit der obligatorischen Zugabe traf sie noch einmal den Nerv des Publikums. Bei jedem Lied wurde kräftig mitgesungen. So verklang ein toller Abend mit “Que Sera” und “Take me home, country roads”.

 

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