GSO-Rathausserenade

In der Rathaus-Serenade „Genial“ am Montagabend gesellten sich gewissermaßen früh und spät zueinander. Im Mittelpunkt standen das frühe Streichquartett Nr.2 A-Dur von Crisóstomo de Arriaga (1806-1826), das er im Alter von erst 16 Jahren komponierte, und das Klarinettenquintett h-Moll op. 115, ein Spätwerk von Johannes Brahms (1833-1897) aus dem späten 19. Jahrhundert. Diese atmosphärisch und charakterlich vollkommen unterschiedlichen Werke ergaben, wie der Titel des Konzerts schon verriet, eine „geniale“ und facettenreiche Mischung.

Mit dem Streichquartett Nr.2 A-Dur von Arriaga hatten Iva Vogel (Violine), Jordi Herrera Roca (Violine), Atsushi Komatsu-Hayakawa (Viola) und der Cellist Albrecht Vogel ein aufgrund seiner Raffinesse und Vielfalt an Tempi sehr anspruchsvolles Stück gewählt, was die Musiker jedoch mit Bravour meisterten. Im Allegro con brio begann es sprühend frisch und heiter, hinreißend, voller Leichtigkeit und teilweise sehr filigran. Besonders gelungen waren auch die sanften Passagen des Cellisten Albrecht Vogel, aber insbesondere auch die schnellen, brillant gespielten Sequenzen der Violinen. Etwas ruhiger, aber nicht minder abwechslungsreich erklang das Tema con Variazioni, das sich sowohl von seiner Intensität als auch vom Tempo her immer mehr steigerte. Iva Vogel und Atsushi Komatsu-Hayakawa brillierten mit ihrem Spiel. Auch im Menuetto. Scherzo zeigten sich alle vier Musiker harmonisch mit erneut heiterer Note. Im letzten Satz ertönten eindrückliche Passagen, die sich immer wieder wogenartig erhoben und sich dann wieder beruhigten, gefolgt von einem hinreißenden Thema, bei dem die Geigenbögen eilig, aber sicher über die Saiten huschten. Das Auditorium zeigte seine Begeisterung mit anhaltendem Applaus.

Mit dem Klarinettenquintett h-Moll op. 115 von Johannes Brahms folgte im zweiten Teil des Konzerts ein ebenso eindrückliches Werk, dem jedoch deutlich mehr Melancholie und Dramatik innewohnt, was an diesem Abend auch atmosphärisch sehr gelungen zum Ausdruck kam. Insbesondere beim Spiel dieser Komposition zeigte sich die Ausdrucksstärke aller Musiker, insbesondere aber die des Klarinettisten Matthias Mauerer, der mit unglaublich warmen und klaren Tönen in allen Höhen und Tiefen faszinierte; hervorragend meisterte er die lange ausgespielten Sequenzen. Auch die Violinen, die Bratsche und das Cello als tragende Instrumente zeigten sich im Zusammenspiel miteinander äußerst harmonisch. Hochmelodisch war das dahingleitende und wellenartig ins Dramatische hineinsteuernde Allegro, in dem Thomas Mauerer erneut zahlreiche Klangfacetten der Klarinette erweckte. Besonders tiefgehend wurde es jedoch im sanften Adagio – Più lento, in dem jeder Ton von allen Musikern liebevoll und wertschätzend gespielt wurde.

Auch nach dem zweiten Teil zeigte sich das Publikum mit langanhaltendem Applaus und Bravorufen begeistert, gefolgt von einer beeindruckenden Zugabe, dem Menuett-Capriccio aus Carl Maria von Webers Klarinettenquintett B-Dur op. 34.

Es war ein durch und durch atmosphärischer Abend, durch den das Auditorium mit der heiteren Moderation von Thomas Mauerer angenehm geführt wurde.

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