Jazz-Festival

Zweimal ausverkauftes Haus beim Wochenende des Jazz-Festivals im Deutschen Theater. „Damit können wir uns beim Publikum bedanken, dass wir bei dem Festival kein Minus machen“, freute sich Jörg Bachmann vom Festivalkomitee. Jeweils 1.200 Personen im Haus am Wall. Das bedeutet Gedrängel, knappe Sitzplätze, Schlange stehen für Getränke. Das bedeutet aber auch vielfältige Musik, spannende Konzerte und beste Stimmung. Das bedeutet eben Jazz-Festival in Göttingen.

Einer der Höhepunkte war am Freitag der Auftritt des französischen Akkordeonisten Vincent Peirani mit seinem Quintett Living Being, zu dem auch Peiranis langjähriger Spielpartner Émile Parisien am Saxophon gehört. Über Vincent Peirani wurde bereits mehrfach im Fernsehen berichtet, auch, weil er bereits vier Jazz-Echos gewonnen hat. Nun war er erstmals beim Göttinger Jazz-Festival. Der Saal im Großen Haus war brechend voll, die Erwartungen entsprechend hoch. Peirani, Parisien und die Band hatten das Publikum schnell für sich gewonnen: der vollkommen eigene, sehr individuelle Musikstil, die Melancholie in der Musik bis hin zu den ekstatischen Höhepunkten war ganz großes Jazz-Kino.

Aber auch die Schul-Bands im Studio und die lokalen Akteure im Keller hatten zahlreiche begeisterte Besucherinnen und Besucher.

Am zweiten Abend geisterte immer wieder ein Name durch das Theater: Al Di Meola. Sein Auftritt musste verschoben werden, weil der Flieger des berühmten Jazz-Gitarristen Verspätung hatte. Als er dann um Mitternacht die Bühne betrag, war der Saal dennoch proppenvoll. Parallel dazu waren die Ränge im Studio für UniRoyal dünner besetzt – was der Spielfreude der Jazz-Band und der Sängerin Christin keinen Abbruch tat. Früher am Abend spielte dort das Jentzen Groh Sommerfeld-Trio. Wie auch im Vorjahr ist der erfrischende Jazz dieses Trio ein Geheimtipp. Die abwechslungsreichen Arrangements des Kasseler Trios sind mit ihren vielen Klangfarben und Stimmungen ein Hochgenuss.

Unterdessen jazzten im Keller die „New Orleans Syncopators“ und die „Harmony Hoppers“ und pflegten ihren Oldtime-Stil vor ihren zahlreichen Fans.

Dem gesamten Festspiel-Komitee muss genauso ein Kompliment gemacht werden wie dem Team vom DT-Bistro, den Helferinnen und Helfern im Haus und beim Einlass, den Personen am Ton und am Licht: alles zusammen ergab ein perfektes Wochenende. Im Programmheft wird Duke Ellington zitiert: „Jazz ist ein guter Gradmesser für Freiheit“, meinte die Jazz-Legende einmal. Wenn das so ist, waren die zwei Tage im Deutschen Theater der Inbegriff von Freiheit. Auf ein Neues im Jahr 2019!

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