göfonio

Zum Auftakt gab es erst mal eine kleine Hymne mit strahlenden Bläserklängen. So lässt sich auch das Publikum gerne auf ein besonderes Konzertereignis einstimmen. In der Aula der Göttinger Waldorfschule präsentiert sich Göttingens erstes sinfonisches Blasorchester mit viel Schwung und guter Laune und natürlich auch ein bisschen festlich. Schließlich feiern die 45 Musikerinnen und Musiker an diesem Abend mit „Göfonio“ ihr Konzertdebüt und das klangvolle Abenteuer einer Orchestergründung.

Das Abenteuer begann vor drei Jahren, als bei einem Musikerworkshop die Idee eines sinfonischen Blasorchesters die Runde machte. Ebenso abenteuerlich verlief die weitere Gründerphase für ein Ensemble mit Orchesterformat, das nun Flöten, Klarinetten, Hörner und Posaunen mit Saxofonen und Trompeten vereint und trotzdem keinen Bigband-Sound kreiert. Es sind vor allem musikalische Erzählungen, die dann mit den Stimmen von Oboe und Fagott, Flügelhorn, Bariton und Euphonium verwebt werden, rhythmisch beflügelt von Schlagzeug, Pauken und Schlagwerk.

Auf dieses sinfonische Abenteuer und wie es sich unter der Leitung von Holger Bertram am Pult entwickelte, werden die Zuhörer von Konzertmeisterin Melanie Hoffmann eingestimmt, die den Abend kurzweilig moderiert. Da das Konzertprogramm den Titel „Adventure“ bekommen hat, geht es in den Kompositionen natürlich um so mehr um abenteuerliche Geschichten und besondere Motive. Die klingen zunächst in der „Adventure“ Fantasie von Markus Götz und seiner fiktiven Filmmusik über mutige Helden, bewegende Ereignisse und romantische Sehnsüchte an. Beflügelnde Wirkung hat dieses wunderbar vielfarbige Tableau, in dem die Posaunen und die Trompeten die musikalische Erzählung voran treiben und die Flöten die poetischen Bilder umspielen. An Filmmusik erinnert auch Albert Ketèlbeys Stück „In a Persian market“ mit seinen orientalischen Reisebildern von Wüstenregionen, Karawanen und dem bunten Spektakel auf einem persischen Markt. Mit Thomas Legrady und seiner „Mediterranean Suite“ flanieren die Musiker dann mit Big Band Flair durch die mondänen Kulissen von Monaco und St. Tropez und widmen sich den swingenden Bläserfarben, die auch in Darrol Barrys „Spirit of Adventure“ zum Ausdruck kommen und später auch in der Komposition „Jubilance“ von James Swearingen durchklingen. Zwischen den musikalischen Reiseabenteuern mit ihren abwechslungsreichen Klangwelten bezaubern die Musiker auch symphonisch mit einem Arrangement von Johann Pachebels berühmtem Kanon, das sich in der sanften Farbigkeit der Instrumente wie ein Klanggemälde in Pastell entfaltet.

Mit der Musik aus dem Film „Die Brücke von Arnheim“ verbindet sich ein weiteres musikalisches Abenteuer, geprägt vom leidenschaftlichen Enthusiasmus der Musiker und ihres Dirigenten Holger Bertram und mit bewegender Wirkung. „Göfonio“ begeistert auch mit einer musikalischen Liebeserklärung aus der Feder von John Miles, „music was my first love“. Für das symphonische Arrangement des berühmten Popsong hat sich eine E-Gitarre zwischen die Bläser geschmuggelt, mit der das Orchester um die Wette strahlt und Stimmung macht.

Ein Marsch darf natürlich in diesem „Adventure“ Repertoire zum Gründungskonzert von „Göfonio“ nicht fehlen, weil die Musiker auch an alte Blasmusiktraditionen erinnern möchten. Doch nach dem stattlichen Bläsersound swingt es bei der Zugabe bereits wieder vielfarbig faszinierend und das auch mit der Aussicht auf weitere Konzertabenteuer mit Göttingens erstem sinfonischem Blasorchester.

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