Kantorei St. Albani

Wenn das Stichwort „Tango Argentino“ in einem Konzertprogramm auftaucht, ist die Musik von Astor Piazzolla nicht weit. Musik vom Erfinder des „Tango nuevo“ stand auch auf dem Programm der Kantorei St. Albani bei ihrem Herbstkonzert. Das Tangosextett „faux pas“ – besetzt mit Bandoneon, Violine, E-Gitarre, Klavier und Kontrabass – wurde von der neuen Chorleiterin Dorothea Peppler zu ihrem ersten großen Konzert eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends stand die Tangomesse, die „misa a Buenos Aires“ von Martín Palmeri.

Der Publikumsandrang war so groß, dass das Konzert erst mit einer deutlichen Verspätung beginnen konnte. Zunächst stand Instrumentalmusik vom Rio de la Plata auf dem Programm: die harte, fordernde „La yumba“ des argentinischen Musikers Osvaldo Pugliese (1905-1995), die eher melancholische „Milonga Azure“ vom Briten Graham Lynch (*1957), zwei Stücke eben von Astor Piazzolla (1921-1992) und das „El festejo“ des 1965 in Buenos Aires geborenen Martín Palmeri.

Das Tangosextett „faux pas“ aus der Nähe von Hameln unter der Leitung der Schweizer Akkordeonistin und Bandoneonistin Marlène Clément ist spezialisiert auf den „Tango Nuevo“, das Ensemble wurde sogar schon nach Buenos Aires eingeladen. In der Göttinger Albanikirche zeigten sie eindrucksvoll, welch Feuer und Leidenschaft diese Musik entfachen kann.

Davon ließ sich auch die Kantorei St. Albani anstecken. Und das ist keineswegs selbstverständlich, steht doch üblicherweise ganz andere Chorliteratur auf dem Repertoirezettel der Kantorei. Aber Dorothea Peppler hat einige Ideen mitgebracht – die Tangomesse gehört dazu. Sie ist dieses Wagnis eingegangen – und wurde dafür belohnt. Mit viel Engagement sang der Chor diese bewegende Messe. Den Solopart hatte sehr kurzfristig die Mezzosopranistin Sophia Revilla übernommen, die ihren Part mit Charme und warmem Timbre vortrug. Insgesamt hätten sie und auch der Chor etwas mehr Emphase und Leidenschaft zeigen können. Aber der Funke ist auch so auf das Publikum übergesprungen; der nicht nachlassende, kräftige Applaus sorgte für eine Zugabe: der Schluss vom Credo wurde noch einmal wiederholt. Beseelt von dieser Milonga in der Kirche wurde das Publikum in den Sonntagabend entlassen.

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