Aulakonzert

Bei dem Auftritt eines Oboen-Quartetts darf dieses Werk nicht fehlen: Mozarts einziges Werk für die Besetzung Oboe-Violine-Viola-Violoncello. Und tatsächlich haben das Viola Wilmsen (Oboe), Antje Weithaas (Violine), Danusha Waskiewicz (Viola) und Maximilian Hornung (Violoncello) für ihr Gastspiel bei den Göttinger Aulakonzerten gleich an den Anfang gesetzt.

Die vier Musikerinnen und Musiker bilden kein ständiges Ensemble und haben jeweils umfangreiche musikalische Verpflichtungen. Entsprechend schwierig dürfte das Finden von gemeinsamen Probenterminen sein. Bei ihrem Auftritt in der Universitätsaula spielten sie allerdings so perfekt zusammen, dass man meinen konnte, sie spielten täglich zusammen. Jede feine Nuance war mit großem Gespür gesetzt. Und Mozarts Quartett F-Dur war voll von Nuancen: feinste dynamische Abstufungen, kokette Artikulationen und lyrische Bögen zogen sich durch alle vier Stimmen.

Anschließend wurde es ernst – auch in den Gesichtern der Musiker: Beethovens Trio für Violine, Viola und Violoncello ist eher pathetisch als leicht. Allerdings war die Freude am Musizieren schon nach wenigen Takten in den Gesichtern wieder zurück: der ernste Blick bei dem ernsten Beginn wich einem fröhlichen Gesichtsausdruck, der auch besser zum Eingangssatz mit seinem Allegro con spirito passte.

Nach der Pause wurde vom Ensemble das Saison-Motto der Kammermusikgesellschaft aufgegriffen: „Variation und Entwicklung“. Zunächst zeigte Viola Wilmsen, was es für ihr Instrument an Ausdrucksfähigkeiten gibt. Vor allem zeigte die Oboistin mit den „Sechs Metamorphosen nach Ovid“, warum sie eine weltweit gefragte Solistin und Kammermusikerin ist. Mit Humor und noch größerem Können brachte sie die verschiedenen Metamorphosen zu Gehör: Pan, Phaeton, Niobe, Bacchus, Narcissus und Arethusa. Das Publikum folgte ihr und freute sich an den musikalischen Spielereien von Benjamin Britten.

Vom selben Komponisten erklang dann das „Phantasy Quartet“ für Oboe, Violine, Viola und Violoncello. Dieses Frühwerk des englischen Komponisten wurde mit dem Auftrag komponiert, die Gattung der altenglischen Gambenmusik wiederzubeleben, der „Phantasy“. Und in der Tat – diese einsätzige Werk des 19jährigen Benjamin Britten war wirklich „very british“.

Britisch ging es auch weiter: der englische Komponist Ernest John Moeran (1894-1950) komponierte ebenfalls ein „Phantasy Quartet“. Der Komponist verwendete Volksliedmelodien und entwickelte ein kleines Kaleidoskop Englands. Die vier Musikerinnen und Musiker gestalteten es mit viel Gespür – und wiederum mit vielen Details.

Da der Applaus zum Schluss kaum ein Ende nehmen wollte, gab es noch eine Zugabe. In der ging es wieder um die Tradition der englischen Gambenmusik: von Henry Purcell erklang „Music for a while“, wunderbar arrangiert für die Abendbesetzung.

Das nächste Aulakonzert ist am 18. November 2018 um 19.45 Uhr. Es gastiert das Aris-Quartett. Karten gibt es hier im Ticketshop des Kulturbüros, an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

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