Maybebop

Zur „Derniere“ in der Göttinger Stadthalle begeisterte Maybebop mit ihrer Show sistemfeler vollbesetzte Reihen. Leider war Sebastian Schröder (Bass) krankheitsbedingt noch nicht dabei, wurde aber gekonnt durch Christoph Hiller vertreten. Zusammen mit Oliver Gies (Bariton), Lukas Teske (Tenor) und Jan Bürger (Countertenor) wurde ein opulentes Programm von seichten Alltagsthemen bis zur Kritik am gesellschaftlichen- und politischen sistem in einem wilden Genremix präsentiert.

Ein inhaltliches Ausrufezeichen setzte die Gruppe mit einem politischen Statement gegen den Rechtsdruck in der Republik in einer neuen Strophe im Lied vom Nicht-Verstehen. Mit spontanem Zwischenapplaus zeigte sich die positive Resonanz im Publikum. Die kritischen Lieder waren umso wirksamer inszeniert, da sie sich von der leichteren Kost, wie zum Beispiel einem seichten Pop-Medley, abhoben. Künstlerische Höhepunkte setzten zwei Stücke aus dem neuen Programm für 2019: Mit einem Barbershop-Satz über haarsträubende Friseur- und Chornamen bewies das Quartett ihre Wandlungsfähigkeit ohne dabei ihr charakteristisches Timbre zu verlieren. Mit einem Ohrwurmlied, das wirklich kein Ohrwurm ist, präsentierten sie ihr gesangliches und kompositorisches Können auf höchstem Niveau. Dabei lassen bereits wie beiläufig eingeflochtene musikalische Finessen aus dem aktuellen Programm, wie lupenreines harmonisches Pfeifen, scharfe Tonartwechsel und rhythmische Präzisionsarbeit a cappella-Liebhaber staunen und Nachahmer verzweifeln. Den Auftritt beeindruckend in Szene gesetzt und vervollständigt hat das Lichtkonzept von Volker Wecke sowie die tontechnische Leistung von Thomas Schröder.

Das Konzert entwickelte sich insgesamt von einem gut einstudierten weiteren Konzert der Tour in [hier Stadtname einfügen] durch neckende Interaktion mit dem Publikum und Moderation mit Lokalkolorit zu einem Konzert für Göttingen. Stehendes Publikum und mächtiger, anhaltender Applaus am Ende des offiziellen Programms bestätigen die gelungene Unterhaltung, aber auch den Anklang, den die kritischen Aussagen der Liedtexte fanden. Im Nachhall des Konzerts regen sie zum Reflektieren an.

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