Clavier-Salon

„Wir sind zwei ältere Herren – und wir tanzen keinen Tango!“ So begrüßte Gerrit Zitterbart die Gäste im Clavier-Salon. An seiner Seite stand an diesem Abend kein musikalischer Partner, sondern Klaus Pawlowski, seines Zeichens Kabarettist und Satiriker.

Erstmals standen sie gemeinsam auf der Bühne – und waren völlig unvorbereitet, wie Pawlowski betont. Das glaubte natürlich niemand. Außerdem ist es schwer zu glauben, dass dieser Abend eine Premiere war. Die beiden älteren Herren waren so gut aufeinander eingespielt, als ob Zitterbart in der 30jährigen Karriere Pawlowskis immer an seiner Seite Klavier gespielt habe.

Klaus Pawlowski hat für den Abend überwiegend Texte ausgewählt, die er für die TAZ verfasst hat. So freute sich das Publikum im nahezu ausverkauften Salon über „In Frauentaschen“, „Nacktscanning“, „Zeitnah nachhaltig“ oder „Sei gut zu Vögeln im Frühling“. Wunderbare Gedichte / Geschichten vom Wortspieler Pawloski.

Fingerspieler Zitterbart stand ihm in nichts nach. Wunderbar nahm er die Stichworte Pawlowskis auf: nach dessen Klage über die zahllosen Werbemails in seinem Postfach erklang eine Ballade – natürlich in Moll. Und nach dem eher apokalyptischen Gedicht über den Vulkan Eyjafjallajökull und die ultimative Party der Naturkatastrophen waren sich beide einige: übrig bleiben nur die Vögel. Und die ließ Zitterbart mit Musik von Rameau singen.

Nach dem von Pawloski verkündeten Tod des Bundestagsabgeordneten musste erneut eine Trauermusik her. „Aber eine mit Hoffnung“, versprach Zitterbart. Es erklang eine unglaubliche Beethoven-Spielerei von Dudley Moore.
„Nach Beethoven muss Schiller kommen“, fuhr Pawloski fort und trug seine taz-Wahrheit „Leiden mit Schiller“ vor.

Gespannt durfte man sein, wie Zitterbart auf die Limmericks von Pawlowski reagiert. Aber auch da hatte er etwas Passendes – von Mozart: er spielte zwei kurze Phrasen („Das reimt sich schon mal“), daraufhin zwei noch kürzere und dann wieder eine Phrase, die zu den ersten beiden passte. „Das hat Mozart im Alter von 5 Jahren komponiert“, erläuterte der Pianist.

Am Ende gab es noch Goethe mit dem „Erlkönig“, Musik von Schubert und Texte sehr frei nach Goethe, eher von Pawlowski.

Ein überaus vergnüglicher Abend, der unbedingt nach Fortsetzungen verlangt!

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