8. Göttinger Tanz-Kultur-Woche

Die seit mittlerweile 10 Jahren bestehende Tanz-Kultur-Woche beschwor am 24. September im Rahmen der Veranstaltung „Jazz for 4“ in der Alten Fechthalle Göttingens unvergängliche Bilder der Liebe und verzauberte das Publikum. In einer Mischung aus Tanz, Musik, etwas Gesang und gesprochenem Text interpretierten die Künstler Norontaku Bagus Kentus als Tänzer und Sänger, Gianni Lenoci am Klavier, Gianni Mimmo am Sopransaxofon und Ove Volquartz an der Bassklarinette einige mythologische Gedichte rund um den javanischen Prinzen Panji auf eine ganz eigene Weise und schufen damit eine dichte Atmosphäre, welche die Zuschauer ganz in ihren Bann sog.

Der eigentlichen Performance wurden einige einleitende Worte zu der ausgesuchten Thematik vorangeschoben. Ähnlich wie bei Romeo und Julia befinden sich der Prinz Panji und seine Geliebte die Prinzessin Candra Kirana in einer Beziehung, die unter einem schlechten Stern steht. Die beiden stammen aus verschiedenen Familien und ihre Liebe darf aus genau diesem Grund eigentlich nicht sein. Ebenso wie im Drama Shakespeares lassen sie sich davon jedoch nicht abhalten; die Liebe kennt schließlich keine Grenzen.

Die Ereignisse wurden während der Performance überwiegend durch die Ausdrücke des Tanzes und der Musik dargestellt. Auf Sprache wurde nahezu völlig verzichtet. Durch die vielen verschiedenen Ausdrucksformen wurden dennoch stimmige Bilder geschaffen, welche die Atmosphäre einer durch äußere Umstände erschwerten Liebesbeziehung gut einfingen. Gianni Lenoci betonte vor der Performance, dass die gewählten Ausdrucksformen viel Spielraum für Bedeutungszuschreibungen geben. Das Publikum war also gefordert, die Performance nicht nur auf sich wirken zu lassen, sondern auch selbst, sei es in dem mal ruhig und bestimmten, mal ekstatisch bewegten Tanz Kiranas und der ebenso facettenreichen Musik die Geschichte zweier Liebender nachzuvollziehen.

Von den strikten Bedeutungen der Sprache losgelöst wurde so eine freie Form des Ausdrucks gefunden, die das Publikum zwar faszinierte, aber auch für viele Fragen sorgte. Doch auch wenn diese sich nicht alle sofort klären ließen, überzeugte die Performance durch ihre eindringliche Atmosphäre und die teilweise bis ins kleinste Detail abgestimmte Verbindung von Tanz und Musik. Die Bewegungen Kentus' und die abwechslungsreiche Musik vermittelten auch ohne viele Worte ganz intuitiv die vielen Facetten der Liebe. Kentus wechselte hierbei durch seine Choreografie sowie den Einsatz verschiedener Masken fließend zwischen mehreren Rollen und fing durch seinen Tanz das Wesen der Beziehung zwischen Prinz Panji und Prinzessin Kirana gekonnt ein. In einer Mischung aus elektronisch erzeugten harmonischen Texturen und den Möglichkeiten des Jazz erschufen die Musiker eine Atmosphäre, welche die Choreografie Kentus' stets unterstrich. In dem stetigen Wechsel aus bedächtigen, ruhigen Passagen und dramtisch aufgewühlten Momenten wurde so das klangliche Äquivalent zu Kentus' Tanz gefunden.

Genügend Interesse an dieser Verbindung verschiedener Kunstformen ist da; nicht nur der zunehmende Bekanntheitsgrad der Tanz-Kultur-Woche, sondern auch die hohe Besucherzahl und langanhaltender Applaus sprechen dafür. Bis zum 28. September werden von der Tanz-Kultur-Woche täglich noch weitere Veranstaltungen angeboten. Wenn die kommenden Veranstaltungen auch nur halb so gut sind, wie die heutige, lohnt es sich bereits. Bereichernd ist es in jedem Fall, denn Tanz und Musik sorgen stets für eine Verzauberung des Alltags. Große Empfehlung!

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