Albanikirche

Das Kammerorchester Coll’Arco hat sich verjüngt: neben dem neuen Leiter Andreas Jedamzik gibt es einige junge Musikerinnen und Musiker, die nun unter Jedamziks Leitung in dem Orchester spielen. So ist dieses Orchester, das an der St. Albanikirche beheimatet ist, ein „Mehr-Generationen-Projekt“, denn von den bisherigen, erfahrenen Mitgliedern sind noch einige dabei.

Das neu formierte Ensemble hat sich nun in einem Konzert der Öffentlichkeit präsentiert. Auf dem Programm standen Englische Streichersuiten und Orchesterlieder. Und „very british“ fing es auch gleich mit der Suite In F, der „Lady Radnor’s Suite“ von Sir Charles Hubert Hastings Parry an. Parry war der Lehrer von Gustav Holst, Ralph Vaughan Williams und anderen, er prägte also eine ganze Generation von Komponisten. Seine Musik bringt sozusagen die englischen Landschaften zum Klingen. Breit und elegisch präsentiert sich die Suite, die ja eigentlich aus Tänzen besteht. Hier hätten etwas mehr Leichtigkeit und Spritzigkeit nicht geschadet. Vielleicht hatten Orchester und Dirigent aber noch etwas Starthemmungen.

Die waren mit der „Capriol Suite“ von Peter Warlock wie verflogen. Vom Basse Danse über der Pavane und einem Tordion bis hin zum Schwerttanz „Mattachins“ erklangen diese Tänze quicklebendig.
Nach dem Motteo „das Beste zum Schluss“ erklangen im dritten Teil des Konzertes vier Elisabethanische Lieder für Stimme und Streichorchester von Ivor Bertie Gurvney, arrangiert von Gerald Finzi. Andreas Jedamzik erläuterte in seiner Moderation seine enge Verbindung zu diesen Liedern. Und in der Tat: die Kompositionen und die Arrangements waren sehr klug und effektvoll gesetzt. Die Texte von William Shakespeare, John Fletcher und Thomas Nashe wurden von Sascha Herz und Leonie Breier gesungen. Beide sind Schüler von Jedamzik und waren entsprechend gut vorbereitet: mit viel Schmelz, hellem Timbre und großer Ausdruckskraft wussten Herz und Breier gleichermaßen zu überzeugen.

Und weil der Applaus in der gut besuchten Albanikirche an diesem Sonntagnachmittag nicht enden wollte, gab es als Zugabe noch Musik von Edvard Elgar: es erklang der 1. Satz der Streicherserenade op. 20.

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