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Händel-Festspiele

Oratorium im Zeichen des Konfliktes: Als thematische Fortsetzung und narrative Weiterführung von „Judas Maccabaeus“ reiht sich „Alexander Balus“ in die Siegesoratorien Händels ein und bleibt damit dem Motto „Konflikte“ der diesjährigen Händelfestspiele treu. Wer am Abend des 13. Mai den Weg in die Nicolaikirche Herzberg auf sich genommen hatte, wurde mit einem Hörgenuss der Extraklasse belohnt: Unter der Leitung von Jörg Straube wurde das 1748 uraufgeführte Oratorium in drei Teilen für Soli, Chor und Orchester, dargeboten vom Landesjugendchor Niedersachsen und der Musica Alta Ripa, zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Mitreißend von der ersten Minute an: Alexander Balus kehrt im Lichte des Triumphes, musikalisch durch Holzbläser und grundierende Blechbläser ausgedrückt, vom Schlachtfeld zurück, den Thron des besiegten Königs Demetrius bestiegen und vom Chor mit einem Siegeslied feierlich begrüßt. Zugleich entflammt nach dem von einer Trompetenfanfare angekündigten Auftreten König Ptolemäus und seiner Tochter Cleopatra die Liebe zwischen Alexander und Cleopatra. Nach diesem friedlich-harmonischen ersten Teil nimmt der Konflikt mit Verrat-Bezichtigungen und Intrigen seinen Lauf, schließt dann mit der vom Chor der Asiaten bejubelten Hochzeit von Cleopatra und Alexander. Im dritten Teil spitzen sich die Konflikte zu: Ptolemäus reißt die Herrschaft in Ägypten und Asien an sich, Alexander zieht in den Kampf, seinem Bruder Jonathan obliegt der Sieg. Die Liebesgeschichte nimmt ein tragisches Ende: Alexander stirbt, Cleopatra bleibt erschüttert zurück.

Das junge Solistenensemble riss die Zuhörer von Beginn an in seinen Bann. Zwei Soprane, ein Mezzo, ein Tenor und ein Bass-Bariton bescherten dem Publikum ein wahres Sängerfest. Ausdrucksstark und engelsgleich präsentiert sich die italienische Sopranistin Arianna Venditelli, die die Rolle der Cleopatra hochemotional interpretiert – von Momenten des hohen Glücks eines von Liebe erfüllten Herzens („Subtle love“) bis zu tiefem, melancholischem Schmerz des Verlustes („Oh take me from this hateful light“). Mit ihrem weichen Timbre zeichnet Mezzosopranistin Marcjanna Myrlak ein ausgeglichenes, ruhiges Bild der Titelrolle, überzeugt aber im Duett mit Venditelli. Behäbig, glockenhell und beweglich in den Koloraturen zeigt sich Sopranistin Giulia Bolcato (Aspasia) – auch deren Duett mit Venditelli ein musikalischer Höhepunkt („O what pleasures, past expressing“). Mit seinem leuchtenden Timbre verleiht der Tenor William Wallace der Figur des Jonathan höchste Intensität. In der Rolle des Ptolemäus erleben die Zuhörer Martin Achrainer als leidenschaftlich-kraftvollen Bass-Bariton.

Jörg Straube gelingt mit seinem Ensemble eine überzeugende, emotionale und sehr leichthändige Interpretation der auch musikalisch zwischen übersprudelnder Leichtigkeit und melancholischen Schmerzes hin- und herschwankenden Stimmung dieses Werks, das Elemente des rauschenden Sieges mit Elementen von tiefer Liebe und schmerzlichem Verlust vereint. Mit Präzision und spürbarer Intuition bringt er die zwischen 16 und 26 Jahre alten Sänger des Landesjugendchores, hochqualifizierte Gesangssolisten und die Musica Alta Ripa miteinander in Einklang. Das ausdrucksstarke, fein akzentuierte Spiel des Orchesters und die beeindruckenden Solipassagen einzelner Instrumentgruppen – ob Blechbläser oder Harfe – harmonieren eindrucksvoll mit dem Gesang des intonationssicheren jungen Chores.

Erfüllt von der vielseitigen, strahlenden Musik des Altmeisters und mit begeistertem Applaus der höchst animierten Zuhörer ging ein Abend zu Ende, der in Erinnerung bleiben wird, ein Abend mit jungen Künstlern, denen zweifelsohne die Zukunft gehört.

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