Händel-Festspiele

Die wahre Eröffnung der Internationalen Händel-Festspiele findet jährlich in der Weinkellerei Bremer am Wall statt: zum letzten Händel-Talk trifft sich das Produktionsteam der Oper. Es gibt spannende Einsichten in die bevorstehende Premiere – und es gibt kleine Kostproben aus der Oper.

Und so war es auch in diesem Jahr: Intendant Tobias Wolff empfing den künstlerischen Leiter Laurence Cummings, den Opern-Regisseur Erich Sidler und die beiden Sänger Paul Hopwood und Sophie Junker. Zahlreiche andere Musikerinnen und Musiker waren auch zu Gast. Die fröhliche Stimmung der musikalischen Gäste übertrug sich schnell auf das zahlreich erschienene Publikum. Von Konflikten, dem diesjährigen Festspielmotto, war nichts zu spüren. Da änderten auch die Scherben vor Beginn nichts, als ein paar Weingläser zu Boden gingen, und auch nicht der vom Hausherrn Philipp Bremer Konflikt zwischen Süße und Säure im Wein. „Beim Wein lösen sich alle Konflikte“, so Bremer.

Eine Konfliktlösung hatte auch Erich Sidler in der Oper ausgemacht: Wenn ein Feldherr kommt, um eine Schlacht zu führen, sich vor Ort jedoch verliebt und der Krieg ihn überhaupt nicht mehr interessiert, ist das die beste Lösung für die Welt!“

Und so interessiert sich der Regisseur Sidler besonders für die Vielschichtigkeit in der Person des Varo. „Obwohl Sigismondo natürlich eine besonders wichtige Figur ist.“ Sophie Junker alias Sigismondo grinst dabei deutlich. Die junge belgische Sängerin (Jahrgang 1985) war bereits einmal zu Gast bei den Händel-Festspielen: im Jahr 2012 sang sie im Oratorium „Esther“ eine der beiden Sopran-Partien. Damals war sie gerade mit ihrem Studium fertig, inzwischen ist sie bei zahlreichen Festivals gern gesehener Gast. Als Kostprobe brachte sie die Bravourarie „Posso morir, ma vivere“ zu Gehör. Und an Bravo-Rufen mangelte es hinterher nicht: das war großes Opernkino! Erich Sidler meinte später am Abend, dass es ihn sehr beglücken würde, mit welcher Spielfreude die Akteure dabei sind. Das war bei Sophie Junker schon deutlich zu spüren.

Paul Hopwood hatte es ungleich schwerer, sich in die Herzen des Publikums zu singen. Das ist kein Wunder, ist er doch der „böse Römer“ in der Oper. Sein wahres Gesicht zeigte er in einer Operettenarie von Arthur Sullivan. Auf die Frage von Tobias Wolff an Erich Sidler, wie er die Rolle des Varo sehe, meinte Sidler nur trocken: „Sie haben gerade Paul Hopwood erlebt. Können Sie sich vorstellen, dass mit ihm eine Rolle einfach nur ernst sein kann?“

Man darf also gespannt sein, wie der Schauspiel-Regisseur diese Oper auf die Bühne des Deutschen Theaters bringen wird. „Wir wollen uns als Regieteam auf jeden Fall zu dem geschichtlichen Thema verhalten“, versprach Sidler.
Der Abend endete sehr sentimental. Denn auch Sophie Junker machte einen Ausflug in ein anderes Genre: sie sang ihre Version von Barbaras „Göttingen“ – so entrückend und emotional, dass viele Besucherinnen und Besucher Tränen in den Augen hatten.

Die Oper „Arminio“ von Georg Friedrich Händel hat am 12. Mai 2018 im Deutschen Theater Premiere. Diese Vorstellung ist bereits ausverkauft. Tickets gibt es aber noch für die weiteren Vorstellungen am 13., 15., 17., 20. und 21. Mai. Das vollständige Programm der Festspiele und Tickets finden Sie hier online im Kulturbüro Göttingen. Weitere Informationen gibt es auf www.haendel-festspiele.de.

 

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