Torhaus-Galerie

terra icognita - neue Arbeiten von Gabriele Schaffartzik und Alexander Lakhno

Sie kannten sich gut, die Malerin Gabriele Schaffartzik und der Bildhauer Alexander Lakhno. So gut, dass Schaffartzik über den im November 2017 verstorbenen, in Moskau geborenen Künstler zur Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung "terra icognita" viel zu erzählen wusste. Zum Beispiel das Erlebnis in seiner Kindheit, das wohl wegbereitend war: aufgewachsen ist Lakhno mit viel Natur in der Umgebung, ganz in der Nähe gab es einen Wald. Und vor allem gab es diesen Garten mit den Apfelbäumen. Wenn er beim Äpfelklauen erwischt wurde, musste er zur Strafe Ton mit den Füßen kneten. Denn der Garten gehörte einem Bildhauer, und so kam der kleine Alexander schon sehr früh mit der Bildhauerei in Kontakt.

Die Liebe zum Material Holz hat er ebenfalls in der Kindheit und Jugend entdeckt. Ganz besonders hat es ihm die Linde angetan, aus diesem Holz sind viele seiner Werke entstanden. Gerade dieses weiche Holz strahlt eine große Wärme aus. Und die Figuren, die daraus entstanden sind, haben eine hohe Sinnlichkeit: die „Leine“ nimmt nicht nur das Fließende auf, sondern ist ein Frauenkörper. Man ist versucht, diesen fließenden Linien mit der Hand zu folgen. Und prompt sagt Schaffartzik: „Das Berühren der Figuren ist ausdrücklich erlaubt!“

Die gemeinsame Ausstellung, die am 20. April eröffnet wurde, läuft noch bis zum 27. Mai. Die Ausstellung hatten die beiden Künstler noch gemeinsam geplant, zur Eröffnung konnte nur Lakhnos Witwe Olga kommen. „Die Ausstellung ist aber ganz bestimmt auch in Alexanders Sinn“, ist sich Schaffartzik sicher.

Imke Weichert knöpfte sich die Bilder von Gabriel Schaffartzik vor. Sie stellte sich eine Kunsthistorikerin vor, die gemeinsam mit einem eher unbedarften Bildbetrachter die Bilder der in Bösinghausen lebenden Künstlerin ansehen. Und so fasst sie die Wirkung dieser malerischen Bildcollagen gut zusammen: die konkreten Abbildungen vor allem von Tieren sind verbunden mit eher phantastischen Elementen. Aber es tauchen auch konkrete Dinge auf wie zum Beispiel eine Lichterkette. Und in den Bildern sind auch kryptische Zeichen versteckt. Was hat da zum Beispiel das „Haus vom Nikolaus“ zu suchen? „Es gibt keine alles erklärende Deutung“, stellt Weichert fest. Aber es gibt eine spannende Wirkung aus der Wechselbeziehung der Elemente in den Bildern.

Zur Eröffnung spielten die Parforce Bläser der Jägerschaft Göttingen. „Ich fühle mich hier wohl in dieser Umgebung“, stellte deren Vorsitzender Dieter Hildebrand fest und spielte dabei auf das viele Holz bei Lakhnos Skultpturen und die vielen Wildwechsel in Schaffartziks Bildern an.

Das Team der Torhaus-Galerie um Wolfgang Gieße, Norbert Mattern und Herting Treusch von Buttler haben noch einige weitere Veranstaltungen in das Rahmenprogramm dieser Ausstellung platziert: am 25. April, das ist der „Tag des Baumes 2018“ gibt es um 15 Uhr eine Pflanzaktion der Jägerschaft Göttingen auf dem Stadtfriedhof. Am 6. Mai liest um 17 Uhr Sabine Prilop aus ihrem Roman „Die Erdbeerfrau“ und zum Abschluss der Ausstellung am 27. Mai um 15 Uhr spielen die New Orleans Syncopators.

Die Ausstellung ist immer Freitags bis Sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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