Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand wurde im Rahmen der Göttinger Figurentheatertage vom Theatrium Steinau im Alten Rathaus Göttingens aufgeführt

Der von dem Hundertjährigen Alan Karlsson handelnde Roman, welcher sich, anstatt seinen Lebensabend im Altenheim zu fristen, auf eine Reise ins Ungewisse begibt, auf der er von einer absurden Begebenheit in die nächste schlittert, hat seit seiner Veröffentlichung vor nun fast einer Dekade sowohl bei Jung und Alt für viel Begeisterung und Gelächter gesorgt.

Dass auch das Buch aus der Feder des schwedischen Schriftstellers Jonas Jonasson noch lange nicht bereit ist, unbeachtet von der Welt im Altenheim der Bücher untergebracht zu werden, zeigte die gestrige Aufführung im Alten Rathaus, die von den beiden Puppenspielkünstlern Wolf-Dieter Gööck und Detlef Heinichen des Theatriums Steinau inszeniert wurde. Obwohl das Buch nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, sorgt sein Stoff weiterhin für Witz und Unterhaltung. 

Heinichen und Gööck betteten die Handlung des Romans in die Gespräche zweier pensionierter Beamter, die beim Angeln ihre interessantesten Kriminalfälle erneut durchgehen. Inszeniert wurde das Ganze durch den Einsatz liebevoll gestalteter Puppen, denen die beiden durch viele sprachliche Details wie Akzente und unterschiedliche Tonlagen Leben einhauchten. Unterstützend hinzu kamen außerdem kurze Videosequenzen und Musik nach Jonas Jonasson. Die beiden lasen nicht einfach den Originaltext vor, sondern setzten durch die Auswahl der Szenen und die Darstellung der im Buch beschriebenen Ereignisse eigene Akzente. Im Wechsel mit der Aufführung der Geschehnisse aus dem Buch konnten sie das Publikum außerdem mit selbst komponierten Liedern begeistern, die inhaltlich wunderbar auf den Roman abgestimmt waren und besonders durch die Ähnlichkeit zum Humor der Geschichte auf Anklang stießen.

Die Inszenierung der Geschichte war davon abgesehen vom häufigen Anstoßen des Hundertjährigen geprägt, der mit so ziemlich allen anderen Figuren Schnaps trank und obwohl er im Lauf seines Lebens mit so ziemlich allen politischen Größen des 20. Jahrhunderts zusammentraf, eigentlich lieber unpolitisch bleiben und sich ins Weltgeschehen nicht einmischen möchte. Die Geschichte um den anarchistischen Alten sorgt auch im Jahr 2018 weiterhin für Begeisterung. Davon ist auch das Göttinger Publikum nicht ausgenommen, welches die Aufführung zu Recht mit viel Gelächter und Applaus begleitete.

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