Das JSO, Timon Knötzele und Daniel Eismann in der Universitätsaula

Das Jugend-Sinfonie-Orchester Göttingen (JSO) besteht aus knapp 40 Jugendlichen im Alter von etwa 14 – 20 Jahren. Wöchentlich treffen sie sich zur Probe und studieren sinfonische Werke ein. Und immer im Frühjahr präsentieren die jungen Musikerinnen und Musiker das Ergebnis ihrer Arbeit in einem Konzert. Das 43. Konzert des JSO fand nun in der Aula der Universität statt. Auf dem Programm stand Musik von Franz Schubert und Henri Casadeus, die Leitung hatte Daniel Eismann.

Altersgemäß erklang die „Ouvertüre im italienischen Stil D-Dur“ zu Beginn des Abends jugendlich frisch, vor allem bei dem lebhaften Ende. Schon hier machten die Holzbläser mit besonderer Leistung auf sich aufmerksam.

Die Aufmerksamkeit im zweiten Stück galt dem langjährigen Orchestermitglied Timon Knötzele. Es ist eine gute Gewohnheit, solistisch begabten Orchestermitgliedern ein Solokonzert zu ermöglichen. In diesem Fall handelte es sich um das Konzert für Viola und Streichorchester des französischen Komponisten Henri-Gustave Casadesus (1879-1947). Casadesus wurde eher als „Fälscher“ denn als Komponist berühmt: er gab als Komponisten des Viola-Konzertes zunächst Johann Christian Bach an. Dabei hatte Casadesus durchaus eine eigene Tonsprache, die Eismann mit dem JSO, vor allem aber der Solist fein herausgearbeitet hat. In schwelgerischem und warmem Ton, mit großem Bogen ließ Knötzele sein Instrument erklingen und bewies im letzten Satz Allegro molto energico zudem großartige virtuose Fähigkeiten. Das Publikum war begeistert und ließ den jungen Künstler nicht ohne Zugabe in die Pause gehen. Darauf war Knötzele gut vorbereitet: eine Romanze von Reinhold Glière, eigentlich geschrieben für Geige und Klavier, hat er umarrangiert für Bratsche und Streichquintett.

Nach der Pause erklang die „Kleine“ C-Dur-Sinfonie, D589 von Franz Schubert. Hier durften auch wieder die Bläser des JSO antreten – die abermals glänzen konnten. Allen voran die Flöten, aber auch die Klarinette mit ihrem Solo im ersten Satz. Eismann gelang es, mit seinem Orchester die Energie, aber auch die Leichtigkeit, die dieser Sinfonie innewohnt, zum Klingen zu bringen. Gerade im letzten Satz Allegro moderato fordert das ganze Orchester: rasant geht es zu, zahlreiche Melodien erklingen in den verschiedenen Stimmgruppen und führen zum fulminanten Finale. Bravo!

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