Der Göttinger Knabenchor, der OHG Konzertchor und der Projektchor VokalArt unter ihrem Leiter Michael Krause

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus fand in der St. Johanniskirche ein gemeinsames Konzert von drei Göttinger Chören unter der Leitung von Michael Krause statt.

Es musizierten der Göttinger Knabenchor, der Konzertchor des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) und VokalArt, ein Projektchor, der aus ehemaligen Sängerinnen und Sängern der beiden anderen Ensembles besteht. Veranstalter war die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Vorstandsmitglied Pfarrer Hans Haase stellte in seiner Gedenkansprache anhand persönlicher Eindrücke den Zusammenhang zwischen den damaligen Geschehnissen und den heutigen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft her: „Nie wieder“ - ist nicht relativierbar. 

Die Vergangenheit vergegenwärtigen - das gelang besonders eindrücklich in den drei Liedern aus Theresienstadt, die im Ghetto komponiert wurden und die vom Bariton Timotheus Maas vorgetragen wurden. Er übernahm auch den Solopart in den 7 Gesängen des Li-Tai-pe, die Franz Herzog, der Gründer des Göttinger Knabenchores, für diesen komponierte. Die Texte stammen aus dem sechsten Jahrhundert und schildern die Schrecken des Krieges in teils drastischen Worten. Die Vertonung nimmt diese Schrecken mit der aktuellen Klangsprache auf. Eine Herausforderung für die jungen Sänger des Knabenchors, der sie sich mit Bravour stellten. Auch der OHG Konzertchor brachte ein modernes, größeres Werk mit Bob Chilcotts „Five Days that Changed the World“ in das Programm ein. VokalArt sang die Vertonung des 84. Psalm von Louis Lewandowski in klangschöner Interpretation. Alle drei Ensembles waren nicht nur sicher in der Intonation, sondern nahmen sich auch der kleineren Werke des Abends wie dem Morgengebet ADON OLAM (Herr der Welt) mit großer Ernsthaftigkeit und hoher Konzentration an. Den Kindern und Jugendlichen war anzumerken, dass sie sich mit den Texten und dem geschichtlichen Hintergrund der Veranstaltung auseinandergesetzt hatten.

Über zwei Stunden hielt die Spannung bei Mitwirkenden und Publikum an, bis zum Schluss alle drei Chöre ein Dona nobis pacem gemeinsam sangen und damit das Publikum in den Abend entließen. Dieses bedankte sich mit langem Applaus. 

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