Marcia Hadjimarkos im Göttinger Clavier-Salon

Marcia Hadjimarkos spielt Erik Satie

Ein reichhaltiges Programm, gespielt von der Pianistin Marcia Hadjimarkos, ließ am Samstagabend zahlreiche Besucher in den bis zum letzten Platz gefüllten Clavier-Salon strömen. Der Abend war geprägt von Erik Saties Werken,  zu denen sich in feiner Abstimmung aber auch Stücke von Philip Glass, John Cage, Chick Corea, Francis Poulenc und Igor Strawinsky gesellten.

So begann das Konzert mit Saties träumerischer Gnossienne no. 5, gefolgt von der eindrucksvollen, melancholischen Tiefe von Philip Glasses „Metamorphosis no. 2“. Zu Beginn leicht monoton und schließlich immer wieder in vielstimmige Klangwellen übergehend. Anrührend, in akustisch vollendeter Wirkung des Salons, und feinfühlig wie zart gespielt – ein Genuss.

Besonders wurde der Abend jedoch zusätzlich durch das Zusammenspiel von Klavier und gesprochenem Text, wie sich in dem Stück „Witchita Vortex Sutra“ von Glass zeigte, zu dem begleitend das gleichnamige Poem von Alan Ginsberg ausdrucksstark in englischer Sprache vorgetragen wurde. Eine auch im akustischen Verhältnis fein aufeinander abgestimmte Mischung. So wurde die „Sonatine bureaucratique“ von Erik Satie zu einem humorvollen Erlebnis, verbal untermalt von Saties eigenen Worten und vorgetragen von Gerrit Zitterbart. Ein symbiotisches Zusammenwirken von Text und Klavierspiel.

Es entstand ein frisches und heiteres Programm, insbesondere durch die dynamischen Children´s Songs no. 12 und 4 von Chick Corea und den mehrteiligen Werken von Francis Poulenc und Igor Strawinsky sowie zum Abschluss mit dem „Golliwogg´s cakewalk“ von Claude Debussy. Etwas aus der Reihe tanzte hingegen das „Soliloquy“ von John Cage, das durch seine Schwere in der Leichtigkeit der Auswahl wie ein Exot wirkte und den schwungvollen Fluss des Abends etwas ausbremste.

Marcia Hadjimarkos präsentierte in den facettenreichen und anspruchsvollen Musikstücken ihre Wandlungsfähigkeit, insbesondere in den schnellen, dynamischen Sequenzen, und sorgte mit Charme und humorvollen Kurzeinführungen in die einzelnen Stücke für eine leichte und heitere Atmosphäre. Die Antwort des Publikums: lang anhaltender Applaus und der Wunsch nach einer Zugabe, dem Stück „Gymnopedie no. 1“ von Erik Satie, das an diesem Abend natürlich nicht fehlen durfte.

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