Das Göttinger Vokalensemble im Kurhaus von Bad Sooden-Allendorf

Das Göttinger Vokalensemble in Bad Sooden-Allendorf und in der Nikolaikirche Göttingen

Von Wind, Liebe und Meer – so hat das Göttinger Vokalensemble (gve) unter der Leitung von Andreas Jedamzik sein diesjähriges Herbstprogramm genannt und eine interessante Mischung romantischer Chorwerke zusammengestellt. Hierunter befanden sich auch Stücke, die sehr selten in Konzertprogrammen auftauchen, wie die Vier Gesänge von Johannes Brahms, op. 17, für Frauenchor mit Begleitung von zwei Hörnern und Harfe. Susanna Thomas und Tobias Bätge, Horn, sowie Winfried Hummel, Harfe, übernahmen den Instrumentalpart und begleiteten mit viel Gespür und musikalischem Fingerspitzengefühl die Sängerinnen. Die Stücke bezauberten durch den aparten Zusammenklang der Frauenstimmen mit der ungewöhnlichen Instrumentierung. Winfried Hummel glänzte dann auch noch solistisch mit dem Andantino „Le Source“ für Harfe solo von Alphonse Hasselmann, das hervorragend in das Gesamtprogramm passte. Auch die Männerstimmen des gve hatten mit drei Stücken ihren Auftritt als reiner Männerchor. Hier ist besonders die norwegische Ballade „Olav Trygvason“ zu nennen, die sehr rustikal komponiert ist und von den Sängern mit entsprechendem Schwung aufgeführt wurde. Mit den beiden weiteren Stücken von Carl Loewe und Joseph Gabriel Rheinberger wurde noch weiter dem typischen Männerchorsound mit Begeisterung und zur Freude des Publikums gefrönt.

Höhepunkt des Abends waren die drei Gesänge op. 42 für gemischten Chor von Johannes Brahms, die das Thema des Abends in allen Facetten aufnahmen. Hier sang das gve blitzsauber und folgte bemerkenswert aufmerksam und exakt Jedamziks Dirigat. Leider war die Akustik im holzgetäfelten Wappensaal in Bad Sooden-Allendorf trocken und unbarmherzig bei intonatorischen Schwächen. Das machte sich bei den Stücken von Peter Cornelius, die zu Beginn und Ende des Konzerts erklangen unangenehm bemerkbar, da die eher ungewohnte Harmonik hohe Anforderungen an den Chor stellte, denen er nicht an allen Stellen gerecht wurde. Der Gesamteindruck dieses thematisch interessant zusammengestellten Konzertabends wurde durch diese Einrahmung leider etwas eingetrübt.

Das Publikum wurde zum Abschied mit einem Abendlied von Rheinberger auf dem Heimweg begleitet. Einen Tag später wurde dasselbe Programm noch einmal in der Nikolaikirche in Göttingen aufgeführt.

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