Der gut gefüllte Marktplatz in Göttingen beim Symphonic Mob

Symphonic Mob mit dem Göttinger Symphonie Orchester

Eine kleine Stimmprobe gefällig? Zum Beispiel mit einem vollmundigen „La, la, La“ bei dem Gefangenenchor aus Guiseppe Verdis Oper “Nabucco? GSO Chefdirigent Christoph Mathias Mueller möchte natürlich auch die Zuschauer für diesen klangreichen Symphonic Mob mobilisieren, selbst wenn sich schon eine stattliche Besetzung auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus eingefunden hatte.

Mehr als 150 Göttinger Musikliebhaber waren dem Aufruf gefolgt, um zusammen mit dem GSO ein Spontanorchester zu bilden und dazu auch jede Menge Chorstimmen, die ebenfalls mit Noten und T-Shirts für dieses gemeinsame musikalische Abenteuer versorgt wurden. Es gab zwar nur eine gemeinsame Probe und die anschließende Generalprobe. Aber danach harmonisierten sie prächtig und verwandelten den Marktplatz bei strahlendem Sonnenschein sogleich mit dem Ungarischen Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms in einen wunderbar beschwingenden Konzertsaal unter freiem Himmel.

„Ich bin begeistert“, schwärmt Mueller, „wie die Orchestermusiker und die Gäste hierzusammenspielen.“ Erneut erfolgt nun die Einladung an das Publikum, bei Verdis Gefangenenchor nicht nur andächtig zu lauschen. „Selbstverständlich wird er auf Italienisch gesungen“, versichert Göttingens Generalmusikdirektor. Aber mitsingen könne man wunderbar mit „La, La, La“ und das auch bei dem Chor aus der Carmen-Suite von Georges Bizet. „Hauptsache im Takt“ witzelt Mueller und gibt dann umso vergnügter den Takt für 200 Instrumentalisten und noch mehr Chorstimmen vor. Er weiß um die beflügelnde Wirkung bei Bizet, mit der die Musiker die Stimmung vor dem Alten Rathaus auch mit den Motiven aus seiner „Suite Arlesienne so wunderbar beleben. Da flattert schon mal das ein oder andere Notenblatt, um flugs mit Wäscheklammern wieder am Pult gesichert zu werden. Das gilt ebenso für die einfachen Stimmen wie für die Originalstimmen, für die sich viele Orchestergäste entschieden hatten, die bei dem Symphonic Mob mitmachen wollten. Viele starke Bläser verstärkten das GSO besonders mit Trompeten und Saxofonen aber auch bei den Saiteninstrumenten gab es klangreiche Unterstützung bei Geigen, Bratschen und Celli.

So mancher Zuhörer geriet bereits bei den poetischen Bildern der „Pastorale“ ins Schwärmen um dann bei Bizets „Farandole“ auch ein bisschen mitzutanzen, ermuntert von einem fantasiereichen rhythmisch melodischen Feuerwerk. Muellers Begeisterung sein Spontanorchester hält an und wird durch den Beifall der Zuhörer bestätigt: „Das haben sie fantastisch gemacht“. Gemeint ist natürlich auch der Chor, der jetzt noch mehr Verstärkung bekommt. Jede Menge La, la, La“ bei der Carmen-Suite und noch mehr bei der Zugabe mit Verdis Gefangenenchor. „Wir bringen Göttingen zum Klingen!“ hatte das GSO mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Deutschen Symphonie Orchesters angekündet, das finanziellen Support und Notenmaterial stiftete. Nach diesem „Symphonic Mob“ ist ein neues Motto fällig. Göttingen klingt großartig!

 

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