Die Keurgui Crew im Dots

Die Keurgui Crew war zu Gast im Dots

Zu einer musikalischen Weltreise lud das Dots ein, in dem die Keurgui Crew aus Senegal am vergangenen Samstag ihre Musik präsentierte. Auf kleinem Raum und in intimer Stimmung gaben sie ein Potpourri aus Hip-Hop, Reggae und sogar Rock zum Besten. Was ihre Songs aber vor allem ausmacht, sind die politisch motivierten Texte, die sich mit der Situation im eigenen Land auseinandersetzen.

Dreadlocks, legere Klamotten, sogar einen mit einem Kamm geschmückten Afro: Lässig gaben sich die Jungs während des Konzertes und dies spiegelte sich auch in ihrer Musik wider, allerdings mit einem ernsten Unterton. Es wurde darin unter anderem die schlechte Krankenversorgung, der Umgang mit Flüchtenden und Immigranten sowie der aktuelle Präsident Senegals kritisiert. Mitunter waren die Töne dabei sehr leise und zerbrechlich anmutend, dann hymnisch wie in dem Song „Diogoufi“, nur um dann ins Laute und Kraftvolle umzuschlagen, was mit ihren Botschaften des Widerstandes einhergeht.

Sehr bemerkenswert dabei war ihr Talent für Kontinuität. So kam es während der Songs anfänglich zu kleineren Wechseln in der Konstellation. Diese gingen rasch und ohne Brüche vonstatten und zeugten somit von gekonnter Spontaneität. Auch der Sprachwechsel vom Französischen zum Englischen und wieder zurück vollzog sich angenehm flüssig.

Die Crew wusste stets, das Publikum zu animieren. Fragen wie „Habt ihr genug?“ und „Seid ihr müde?“ ließen die Göttinger nämlich nicht auf sich sitzen und sie antworteten darauf vehement mit einem „Nein“, streckten die Arme in die Luft und tanzten zu den exotischen Klängen. Feuer schien ebenfalls eine zentrale Metapher zu sein, galt es für die Gruppe doch, das Publikum einzuheizen. „Es ist etwas kalt. Sind wir etwa in Alaska?“. Es besserte sich daraufhin. „Sind wir in Norwegen?“ Und alsbald war das Publikum so aktiv, dass die angeblich arktischen Temperaturen hinter sich gelassen wurden.

Am Ende gab es sogar Lob für die Beteiligung. Einer der Sänger meinte: „Ihr seid die besten!“, woraufhin sein Kollege scherzhaft anmerkte, dass er dies bereits dem Publikum in Berlin sagte. Unbeirrt führte er aber fort: „Gestern sagte ich es in Berlin. Aber heute sind wir in Göttingen und heute sage ich: Ihr seid die Besten!“ Es wurde schließlich ein Anruf an den senegalesischen Präsidenten gemimt, bei dem das Publikum diesem seine Ablehnung in Form von Buh-Rufen demonstrierte. Ob für die Besucher zuvor genügend Zeit für eine ausreichende Reflexion über die politische Lage in dem westafrikanischen Staat blieb, sei einmal dahin gestellt. Jedoch setzte die Keurgui Crew ein starkes Statement und man ist nun durchaus geneigt, sich mehr über das Weltgeschehen zu informieren.

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