Svavar Knútur

Göttinger Kultursommer im Alten Rathaus: „Crossing the Waters“ mit Christiane Eiben, Sascha Münnich und Svavar Knútur

„Crossing the Waters“ – Welten verbinden, Grenzen überschreiten und Gemeinschaft schaffen - unter diesem musikalischen und sozialen Leitbild begann eine sinnliche Darbietung dreier Stimmmusiker und einer vierköpfigen instrumentalen Band, die sich zum Ziel setzte, unterschiedliche musikalische Charaktere in überzeugenden Programm gemeinsam erklingen zu lassen.

Die Göttinger Pop-Sängerin Christiane Eiben mit ihrer kraftvollen Stimme ergänzte sich gut mit dem ebenfalls aus Göttingen stammenden Soul-Musiker Sascha Münnich, zurückgekehrt aus Boston, in berührenden Blues-Liedern. Der isländische Singer-Songwriter Svavar Knútur entführte mit Gesang, Ukulele und Gitarre in die kühle Ferne des Nordens.

In harmonischer Ergänzung überzeugte die instrumentale Begleitung mit Markus Gahlen an der Gitarre und mit Hintergrundgesang, Jens Wrede am Bass, Heinz Lichius am Schlagzeug und Christoph Busse am Klavier. In wechselnder Besetzung präsentierten die Musiker ein emotional-geladenes, kraftvolles und inspirierendes Programm, das von Soul und Pop bis zu rockigen Tönen und Country-Stücken reichte.

Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Charaktere kam während des Abends zu ihrer Geltung. Jeder der Musiker füllte den Raum mit der eigenen Geschichte und zog das Publikum in seinen Bann. In isländischen Liedern aus eigener Feder lies Svavar Knútur von den Weiten der See träumen und fesselte die Zuhörer mit charmanter Schlichtheit in Gesang und sparsamer instrumentaler Begleitung.

Die Sängerin Christiane Eiben ‚rockte‘ die Bühne mit einer mitreißenden Stimme, die von großer Frauen-Power herrührt. In musikalischer Begleitung durch die Band und im zeitweiligen Duett mit Sascha Münnich zeigte sie sanfte, weiche Seiten in Blues-und Soulstücken, aber auch rockigere Pop- und Country-Variationen. Lieder aus eigener Schöpfung wechselten sich ab mit Coverstücken, wie „If I ever lose my faith in you“ von Sting oder „Madonna on the curb“ von Jonatha Brooke.

Sascha Münnich begeisterte das Publikum mit seinem Soul-Gesang, der gefühlvoll mit Einsätzen der anderen Musiker kombiniert wurde und in musikalischer Unterstützung variierenden Umfangs mal zarte, mal starke Wirkung erzeugte. Auch Sascha Münnich brachte sich mit einer Mischung aus eigenen Arrangements und Coverversionen von zum Beispiel James Browns Klassiker „It‘s a man‘s, man‘s, man‘s world“, denen er die eigene Note verleihen konnte in das Abendprogramm ein.

In solistischen Einlagen während der einzelnen Stücke präsentierten auch die Bandmitglieder überzeugend ihre Virtuosität. Alle Musiker zeigten große technische Sicherheit, die ein gutes Zusammenspiel trotz unkonventionellem Gefüge, erlaubte. Das damit einhergehende professionelle Selbstbewusstsein bot ein gutes Fundament für die fachgerechte Kombination der aufeinandertreffenden Potenziale.

In kleiner, sowie in voller Besetzung spielten die Musiker ein abwechslungsreiches Programm, das für einen Abend voller Kraft, Inspiration und genussvoller Entspannung sorgte. In ihrer Unterschiedlichkeit, auf der Bühne zu einem überzeugenden Gesamtwerk vereint, lebten sie das Grenzen-überwinden selber vor. Das vielfältige Ensemble wirkte keineswegs nur wild zusammengewürfelt, sondern erklang in gekonnter Harmonie und vermittelte damit eher gegenteiligen Eindruck eines schon seit langer Zeit eingespielten Teams. Dieses Gemeinschaftsgefühl wurde bis ins Publikum getragen und lies den ganzen Saal ‚mitgrooven‘. Obwohl sich die Meinungen, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen musikalischen Ausrichtungen tatsächlich sind, teilen könnten, steht das Gesamtergebnis im Vordergrund. Zwar bildet diese Kombination wohl nicht das ganze große Spektrum der Weltmusik ab, doch betont es die Unterschiede und deren Übereinkommen im Kleinen.

Das Projektthema und -ziel „Crossing the Waters“- menschliche und räumliche Grenzen zu überschreiten oder vielmehr zu überwinden wurde damit erreicht und die Zuhörer konnte sich gemeinsam mit den verschiedenen Musikern in einer musikalischen Reise quer durch die Wellen verschiedener Genres tragen lassen.

Einen wundervollen Sommerabend lang verzauberte dieses Ensemble, welches sich für „Crossing the Waters“ zusammenfand das Publikum durch ihre musikalische „Groove-Gemeinschaft“ und lies eine traumhafte Ahnung davon zurück, wie Verbundenheit draußen in der grenzenlosen Weite der Weltmeere zwischen den einzelnen Erdteilen klingen kann.

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