Der Kammerchor con anima mit ihrem Leiter Jan Scheerer in der Göttinger Nikolaikirche

„Bunte Blumen“ - Konzert mit dem Kammerchor con anima

Einen farbenreichen Strauß Musik hatte Jan Scheerer mit seinem Kammerchor con anima versprochen. Es wurde letztlich ein ganzer und kurzweiliger botanischer Garten. In den fast zwei Stunden gab es Rosen, Weinstöcke, Rosmarin, Ahorn, Linden, Narzissen, Ginster und vieles mehr.

Scheerer hatte gründlich den Notenblätterwald durchforstet und Kompositionen von William Byrd, Paweł Łukaszewski, Per Nørgård, Heinrich Schütz, Francis Poulenc, Robert Schumann, Lars-Erik Larsson und Benjamin Britten gefunden, in denen sich die Komponisten mit botanischen Themen im weitesten Sinne beschäftigen. Da sehr viele unterschiedliche Musikstile und -epochen vertreten waren, war das Programm durchaus kurzweilig: zeitgenössische Musik aus Polen, Frühbarockes von Heinrich Schütz, Frauenchor mit Romanzen von Robert Schumann oder schwedische Kompositionen für Männerchor. Dennoch wäre vielleicht weniger etwas mehr gewesen, denn am Ende setzte doch etwas Ermüdung im Publikum ein. Der Applaus war aber dennoch sehr herzlich – wohlverdient. Und zwar deshalb, weil der Chorklang überzeugend war. Man merkte, dass sich die Sängerinnen und Sänger größtenteils schon lange kennen. So konnte ein sehr homogener Klang entstehen.

Und man merkte deutlich, das Jan Scheerer allergrößten Wert auf den Klang des Chores und die Intention der Musik legt. Anderes ist ihm nicht immer so wichtig: die Artikulation des Textes zum Beispiel - hier wäre es hilfreich gewesen, die Texte im Programmheft zu verfolgen. Und auch nicht immer die Intonation, nicht jeder Akkord stimmte lupenrein.

Eine besondere Entdeckung waren die Schumann-Gesänge für Frauenchor und auch die „Five Flower Songs“ von Benjamin Britten.

Zu den Entdeckungen des Nachmittags in der Universitätskirche St. Nikolai gehörten aber auch die Flötenstücke, die Antje Vetterlein-Helm für das Programm ausgewählt hatte. Vor allem „Honami“ für Flöte solo von Will Offermans begeisterte das Publikum in der sehr gut besuchten Kirche. Aber auch das „Schattenspiel“ für Bassflöte von Luca Lombardi. Schon das Instrument alleine war beeindruckend!

Beeindruckt von Chorklang und von der Fülle der Flora verließ das Publikum die Kirche. Und die meisten haben sich den Termin des nächsten Konzertes sicher schon notiert: am Sonntag, den 1. Oktober um 16 Uhr erklingen wieder in der Nikolaikirche Werke von Frank Martin, Bach, Britten und Lidholm.

Kommentare powered by CComment

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Lieber Gast,
vielen Dank für Ihr Interesse an den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Die Erstellung von Terminen und Texten kostet Geld - denn es sind Menschen, die diese Termine erfassen oder die Texte schreiben. Deshalb bitten wir Sie, entweder ein Abonnement abzuschließen oder für diesen einzelnen Beitrag einen Betrag zu bezahlen.
Vielen Dank!
Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok