Arwed Henking dirigiert ein letztes Mal die Kantorei St. Albani und das Collegium coll'arco

Abschiedskonzert von Arwed Henking in der Albanikirche

Im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 gibt noch einige andere Jubiläen, die etwas im Schatten stehen, so zum Beispiel der 250. Todestag von Georg Philipp Telemann. Arwed Henking hat für sein Abschiedskonzert als Leiter der Kantorei St. Albani und damit als Abschluss seines langen musikalischen Wirkens in Göttingen Telemanns Vertonung vom 111. Psalm „Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen“ als Einstieg gewählt. Eine gute Wahl aus mehreren Gründen: Diese Musik ist vom Schwierigkeitsgrad sehr gut für die Kantorei St. Albani geeignet. Dazu kommt, dass sich hier die Möglichkeit ergab, langjährige Weggefährten unter den Gesangssolisten mit zu beteiligen. Johanna Neß (Sopran), Marie-Sande Papenmeyer (Alt), Sven Olaf Gerdes (Tenor) und José Victor Lopez de Vergara (Bass) waren gekommen, um sich ebenfalls von Arwed Henking zu verabschieden. Und nicht zuletzt würdigte Henking die Arbeit des Göttinger Musikwissenschaftlers Klaus Hofmann, der etliche Telemann-Vertonungen neu ediert und herausgegeben hat. Hofmann selbst wollte bei diesem Konzert die Oboe spielen, musste aber aus Krankheitsgründen kurzfristig passen. Mathias Weiss (GSO) hat spontan seinen Platz im Collegium coll’arco, ebenfalls ein langjähriger Weggefährte Henkings, übernommen.

Als zweites Stück folgte die Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, in der viel Zuversicht aus den Choralstrophen spricht. Und man benötigt nicht viel Phantasie, um einzelne Zeilen auf den Kantor Henking zu münzen: „Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“

Die nachfolgende Pause, die alle bei schönstem Sommerwetter nach draußen lockte, war dramaturgisch gut platziert. Die Möglichkeit zum Austausch der Zuhörenden untereinander und mit den Mitwirkenden nahm dem sich nahenden Abschied die Dramatik und vieles konnte bereits jetzt gesagt werden.
„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ – mit der gleichnamigen Kantate von Johann Sebastian Bach (BWV 137) verdeutlichte Arwed Henking noch einmal den Roten Faden seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker und setzte auch den Schlusspunkt. Damit war aber die Veranstaltung aber noch nicht beendet: Henking hat in seinem langjährigen Wirken in Göttingen stets die Musik und die Ehre Gottes in den Mittelpunkt gestellt. Diesen Umstand betonten anschließend sowohl Pastor Martin Hauschild als auch Superintendent Friedrich Selter in ihren Dankesworten und Segenswünschen. Der musikalische Abschluss wird sicher vielen Anwesenden noch nachhaltig in Erinnerung bleiben: Gemeinsam mit dem Publikum in der proppenvollen Albanikirche erklang das „Hallelujah“ aus Händels Oratorium The Messiah. Das war ein Abschied mit Pauken und Trompeten! Der anschließende Dankesapplaus galt allen Mitwirkenden, aber insbesondere dem scheidenden Kantor.

Kommentare powered by CComment

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Lieber Gast,
vielen Dank für Ihr Interesse an den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Die Erstellung von Terminen und Texten kostet Geld - denn es sind Menschen, die diese Termine erfassen oder die Texte schreiben. Deshalb bitten wir Sie, entweder ein Abonnement abzuschließen oder für diesen einzelnen Beitrag einen Betrag zu bezahlen.
Vielen Dank!
Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok