Aufführung des „Messias“ von Unichor, Barockorchester und Solisten

Durch die Fenster der Johanniskirche fällt das Abendlicht auf die historischen Instrumente des Göttinger Barockorchesters. Sängerinnen und Sänger des Unichores und die vier Solisten sehen in den gut gefüllten Zuschauerraum, Ingolf Helm hebt den Dirigierstab und eine hingebungsvolle Aufführung des „Messias“ im Rahmen der Händel Festspiele beginnt.

Es ist beeindruckend, was innerhalb weniger, wohl sehr intensiver Wochen von den Chorsängerinnen und -sängern erarbeitet wurde – hat doch das Semester gerade erst Ostern begonnen: ein dreistündiges Oratorium, in dem sich sanfte Orchesterpassagen mit energetischen abwechseln, emotionale Arien erklingen und die 53 Choristen den hohen Raum ganz mit Tönen ausfüllen. Gesungen werden Bibelstellen, die abstrakt die Heilsgeschichte Jesus nacherzählen, teils in freudigen Berichten, teils aufbrausend.

Im Orchester werden Nachbauten alter Barockinstrumente gespielt: Streichinstrumente mit Darmsaiten, Oboen ohne Klappen und Trompeten ohne Ventilen. Sie erzeugen einen ungewöhnlichen, warmen und weichen Klang, der im Kontrast zum feurigen Ariengesang der Solisten steht. Deren Tonumfang ist beachtlich, ebenso der des Chores. In einem fulminanten „Halleluja“ am Ende des zweiten Teils kommen die Sopranstimmen voll zur Geltung. Es zeigt sich: auch wenn das 1742 uraufgeführte Stück nun schon mehrere Jahrhunderte alt ist, ergreift es weiterhin die Zuhörenden. Menschen allen Alters lauschen Händels Melodien und als das „Amen“ des letzten Teils verklingt setzt ein begeisterter Applaus ein.

Solisten:
Theresa Sommer (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), Manuel König (Tenor) und Yannick Spanier (Bass)

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