Das Frühjahrsprogramm des Literarischen Zentrums

„Das Programm des Literarischen Zentrums ist ja lange schon - mal mehr, mal weniger subtil - an gesellschaftspolitischen Entwicklungen interessiert. Im jetzt neuen Programm kann von Subtilität in dieser Hinsicht keine Rede mehr sein. Ich hab diesmal deutlich den Druck verspürt, Stellung zu beziehen.“

Mit diesen Worten beginnt Anja Johannsen die Programmvorstellung des Literarischen Zentrums. „Von März bis Juni 2017 hat fast jeder zweite Programmpunkt etwas damit zu tun“, erläutert Johannsen.

Das macht sich in der Tat sehr bemerkbar – gleich schon bei der ersten Veranstaltung am 1. März: „Wir müssen reden. Populismus & Widerstand“ lautet die Überschrift. In einer Podiumsdiskussion gehen Robert Feustel, Lars Geiges, Sabine Hess und Felicitas Zürcher in einer Art Sebstbefragung der Frage nach, welche Mitverantwortung die Kunst für die rechtsdrehenden Zeiten hat. Ein bemerkenswerter Einstieg für ein Literaturhaus!

Und so ziehen sich aktuelle Bezüge wie ein roter Faden durch das ganze Programm: der Feministinnen-Abend am 7. März unter dem Motto „Pussy grabs back“, der Abend mit der türkischen Autorin und Journalistin Ece Temelkuran am 28. März, die Einblicke in die Fußball-Hooligan-Szene am 30. März, die Lesung aus dem Roman um die junge Generation Syriens „Gott ist nicht schüchtern“ mit der Autorin Olga Grjasnowa am 19. April oder der Abend „Freadom“ am 8. Juni mit den Perspektiven auf verbotene Literatur.
Aber auch andere aktuelle Ereignisse finden sich in dem Programm wieder: ein etwas anderer Luther-Abend mit Tillmann Bendikowski am 15. Mai oder ein Abend im Rahmen der Reihe „Spötterdämmerung“ um den 275. Gebutstag von Georg Christoph Lichtenberg.
Einige Veranstaltungsreihen haben sich im Zentrum fest etabliert: in der Reihe „Krimi“ gastiert am 29. Mai Volker Kutscher mit seinem neuen Roman „Lunapark“, und auch die Reihe „Liederabend“ ist mit einer Veranstaltung vertreten: am 20. Juni nehmen Frank Witzel und Gerhard Kaiser die Beatles vor. Vor 50 Jahren erschien „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“, und so spricht Witzel gar von der „Neuerfindung der Beatles“.

Das „Poetree Lyrikfestival Göttingen“ hatte schon zwei Versuche unternommen. Im ersten Jahr bei Regen unter Bäumen im Cheltenhampark, im zweiten Jahr bei Sturm in den festen Wänden des Literarischen Zentrums. Im Jahr 2017 versuchen es die Macherinnen des Festivals im Börnerviertel, genauer im Dots. Am Samstag, den 17. Juni geht es drinnen und / oder draußen um Lyrik. Geboten werden unterschiedliche Performance-Formate - ei– Tag voller Poesie, diesmal ohne Baumkronen, aber nach wie vor unter freiem Himmel.
Die Reihe „Literatur macht Schule“ ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Literarischen Zentrums. Auch wenn – oder gerade weil dieser Bereich nicht ganz so öffentlichkeitswirksam ist. Allein über 20 Termine zum Vorlesen an der Brüder-Grimm-Schule mit der Schauspielerin Sonja Elena Schröder verdienen Respekt. Andere Termine finden sich auch im Hauptprogramm wieder, und eine gewisse Tradition hat auch der Schreibwettbewerb am Max-Planck-Gymnasium, dessen Abschlussveranstaltung am 17. Mai im Literarischen Zentrum stattfindet.

Das komplette Programm finden Sie unter www.literarisches-zentrum.de und hier auf den Seiten des Kulturbüros. Tickets zu den Veranstaltungen gibt es an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und ebenfalls online über das Kulturbüro.

Kommentare powered by CComment

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Lieber Gast,
vielen Dank für Ihr Interesse an den Seiten des Kulturbüro Göttingen. Die Erstellung von Terminen und Texten kostet Geld - denn es sind Menschen, die diese Termine erfassen oder die Texte schreiben. Deshalb bitten wir Sie, entweder ein Abonnement abzuschließen oder für diesen einzelnen Beitrag einen Betrag zu bezahlen.
Vielen Dank!

Figurentheatertage

Diese Seite verwendet Cookies, mit denen Informationen lokal auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Mit der Benutzung der Seite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Ok