Die A-Cappella-Gruppe basta in Göttingen

Zum ersten Mal? Das wüssten sie selber nicht mehr so genau, witzelten sie. Für einen Großteil des Publikums war es tatsächlich das erste basta Konzert überhaupt. Besonders viele schienen allerdings nicht von diesem Konzert zu wissen, nur ein Viertel der Sitzplätze in der Stadthalle war besetzt. Die Band, völlig unbeeindruckt von den leeren Sitzen, füllte mit ihrer Begeisterung und ihrem natürlichen Auftreten kurzerhand den großen Saal mit wohltuender Wohnzimmeratmosphäre.
Deutsche A-Cappella-Musik besteht meistens entweder aus Covern oder aus eigenen deutschsprachigen Liedern über ganz alltägliche Dinge, in denen sich die Zuschauer wiederfinden können. Basta konzentriert sich dabei vor allem auf letzteres, mit klugen, wie witzigen Texten zu den unterschiedlichsten Themen. Dabei entstehen Stücke wie zum Beispiel das Liebeslied für Männer (René – „Jochens“), Lieder über gesunden Hass (William – „Ein kleines bisschen Hass“), Nahrungsmittel(un)verträglichkeiten (Hannes – „Laktosetolerant“), Frühstücksfetischismus (Werner – „Frühstück bei Stefanie“), Teekesselchen (Arndt – „Nachkommen“) und Freibeuter Romantik im Großraumbüro. Dank der klangstarken Arrangements, welche genug Platz für gekonnte Solopassagen für jeden der Sänger ermöglichen, bietet basta nicht nur sprachliche, sondern auch musikalische Höhepunkte in ihrem Programm. Sie wiederstehen der Versuchung reine „Hit/Chart/Pop-Musik“ zu machen, sondern schaffen es sogar diese zu karikieren, wenn sie in „Gute-Laune-Musik“ bewusst von der Inhaltslosigkeit des Schlagers und Pops singen.

Zwischen den Liedern ihres neuen Albums „Freizeichen“ integrierten sie Highlights aus ihrer 16-jährigen Bandgeschichte, wobei sie bei jedem Stück mit viel Enthusiasmus stimmlich bis an ihre Grenzen gingen und wussten das Publikum mitzureißen. Dadurch fühlte man sich als Zuschauer wertgeschätzt, auch weil sie nicht alle Lieder nacheinander runter gesungen haben, sondern zwischen fast jedem Lied Moderationen und Anekdoten erzählten, die den Kontakt zum Publikum und die Atmosphäre eines Wohnzimmerkonzertes noch verstärkten.

Donnernder, langanhaltender Applaus, begeisterte Pfiffe und Jubelrufe waren deshalb auch die ausgelassenen Reaktionen des Publikums. Nach dem „offiziellen Ende“ bedankten sich die Jungs von basta dann noch mit Zugaben auf der Bühne und einem weiteren Beitrag („Cool“) am Fanartikelstand im Foyer, den das Publikum geduldig erwartete.

Ihr lieben Göttinger, die ihr nicht da wart, ihr dürft euch schon ein bisschen ärgern nicht dieses Konzert wahrgenommen zu haben. Dafür hatten wir einen tollen musikalischen Abend in Wohnzimmeratmosphäre.

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