Man soll die Feste feiern wie sie fallen – und so nahm die AOV das 111. Jubiläum ihrer Gründung zum Anlass, das Jahr 2017 mit einem Jubiläumskonzert zu beginnen.

Auf dem Programm standen zwei besondere Stücke, die nicht häufig in Konzertprogrammen von Laienorchestern zu finden sind. Vor dem Beginn des Konzerts wurde aber zunächst Brigitte Harder geehrt, die über viele Jahre die Organisation der AOV in Händen hielt und sich so um das Orchester verdient gemacht hat. Mit dem Violinkonzert von Samuel Barber wurde dann der musikalische Teil des Abends in der Göttinger Stadthalle eröffnet. Charlotte Kraemer, Konzertmeisterin der Jungen Deutschen Philharmonie und Studentin in Weimar, gestaltete als Solistin den schlichten Beginn des ersten Satzes lyrisch und zart. Ihre zupackende Art und virtuose Stärke bewies sie danach im dritten Satz, der auch das Orchester zu virtuosen Leistungen forderte. Hier schon zeigte sich das hohe Niveau aller Mitwirkenden gepaart mit viel Spielfreude; beides wurde im zweiten Teil des Konzerts noch intensiviert. Die enorme Bandbreite der Dynamik bei Solistin und Orchester, die im leisesten Pianissimo begann, konnte in der Zugabe, der Vocalise von Rachmaninow in der Bearbeitung für Violine und Orchester, noch einmal voll zur Geltung kommen.

In der Pause gab es Gelegenheit, eine kleine Ausstellung zur Geschichte der AOV, die interessierte Orchestermitglieder zusammengestellt hatten, zusammen mit den Vorlagen der Plakate der letzten Jahre zu besichtigen.

Die 2. Sinfonie von Sergei Rachmaninow wurde unter der Leitung von Niklas Hoffmann zum Erlebnis. Das Orchester zeigte sich dieser großen Herausforderung des Stücks jederzeit gewachsen. Solistische Einzelleistungen insbesondere der Bläser waren ebenso zu bewundern, wie die Gestaltung der Klanglandschaften und -szenen durch das ganze Orchester. Die detailgenaue Vorbereitung, die man immer wieder spürte, und das begeisternde Dirigat von Hoffmann führte das Orchester zu Höchstleistungen. Nachdem Hoffmann im November den Dirigentenwettbewerb des London Symphony Orchestra gewonnen hat und nun ein Jahr lang als „Assistant Conductor“ bei Proben und Konzerten des LSO mitwirken darf, ist zu hoffen, dass er auch der AOV weiterhin als Dirigent verbunden bleibt. Auf jeden Fall stehen die nächsten beiden Konzerte unter seiner Leitung: Ein Benefizkonzert zugunsten des Hospizes am 2. April und die Semesterkonzerte am 24. und 25. Juni.

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