Youssef Nassif und Basilius Alawad im Apex

Am Freitagabend stellten mit Youssef Nassif und Basilius Alawad zwei mehrfach ausgezeichnete syrische Musiker ihr faszinierendes Programm „A Man's Journey“ im Apex vor. Im Fokus stand dabei das von Nassif in leicht europäisierter Stimmung gespielte Kanoun, eine in Deutschland kaum bekannte etwa 80-saitige „orientalische“ Kastenzither. Ebenso virtuos wie Nassif gab sich auch Basilius Alawad, der dem Cello in höchster technischer Präzision sehr berührende Klänge entlockte. Springbögen, komplexe Flageoletttöne und wunderbar gefühlvolle Maquamats ergänzten sich dabei zu einem für europäische Ohren faszinierend melancholisch klingenden Ganzen.

Insgesamt präsentierten die Musiker ein vor allem lyrisches, ruhiges Programm, das sich durch eine nachdenkliche und gefühlvolle Stimmung auszeichnete. Hierzu passend scheint auch der Titel, den sowohl das Konzert, als auch die begleitende CD, die für einige Euro am Ende des Abends erstanden werden konnte, trugen: „Man's Journey“. Welche Eindrücke die Musiker dabei verarbeitet haben, wird weder während des Konzertes, noch auf dem Cover der CD thematisiert; die Zusammenstellung der Titel ist jedoch zutiefst berührend und von großer musikalischer Vielfalt: „Als ob man auf eine Reise der Sehnsucht gegangen wäre“, meinte ein etwas angetrunkener Zuhörer nach dem Konzert etwas direkt zu mir. Wenn ich auch vorsichtig mit exotisierenden Äußerungen sein möchte: Mir fallen keine treffenderen Worte ein, um den Gesamteindruck des Programms zu umreißen.

Seit zwei Jahren treten Nassif und Alawad mittlerweile in Deutschland und ganz Europa auf, das Album nahmen sie im letzten Jahr mit verschiedenen arabischen Musikern auf. Neben kleineren Bühnen (a la Apex), waren beide in dieser Zeit unter anderem bereits auf dem Festival für zeitgenössische Musik in Warschau und bei der Eröffnung des Musikfestivals in Weimar zu hören.

Mehrfach gab es am Freitag sehr berührende Momente: Als Youssef Nassif das Lied „Meine Heimat“ anspielt, folgten sofort warmherzige „shukran! shukran!“-Rufe und eine kurze Unterhaltung mit einem älteren Herrn im Publikum, dem dieses Lied wohl sehr viel bedeutet hatte. Ebenso zauberhaft waren Youssef Nassifs einleitende Worte für das Stück „Eva Maria“: „Ihr wisst schon, was das bedeutet!“. Eva-Maria war an diesem Abend auch anwesend und verriet mir nach dem Ende des Konzerts, dass das wunderschöne Stück tatsächlich für sie geschrieben worden sei...

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