Mia Pittroff im Apex

Mia Pittroff ist keine politische Kabarettistin. Ihr Schwerpunkt liegt in den alltäglichen Kleinigkeiten – und Banalitäten. Bei einem abendfüllenden Soloprogramm besteht immer die Gefahr, bei derart einfachen Themen banal abzurutschen. Mia Pittroff versteht es, das weitgehend zu vermeiden. Und so unterhält sie ihr Publikum auf angenehme Weise. Man fühlt sich ertappt und verstanden, man kann ihren Aussagen einfach nur zustimmen. Bestes Beispiel: ihr Facebook-Lied „Adde sich wer kann“. Und auch ihre Gedanken über das Älter werden, treffen die Gefühle der Besucher im Göttinger Apex. „Alt werden – das muss man wollen“, meint sie mit ihrem trockenen Humor. „Früher gab es nur ein gepflegtes bergab – jetzt muss es mit dem Älterwerden nur noch bergauf gehen“.

Sie sagt über sich selber, sie gehöre zu den netten Typen. Als Kabarettistin sei das eher problematisch. Denn in diesem Metier müsse man doch eher böse sein. Böse ist vielleicht der falsche Ausdruck. Aber etwas mehr Sarkasmus oder Ironie, ein wenig mehr Satire würde ihrem Programm gut tun.

Ihr Programm „Ganz schön viel Landschaft“ verpackt sie in die sympathische Fränkin, die auf der Durchreise in ihre Heimat Bayreuth ist. Und in ihrem Reisegepäck hat sie nicht nur das unfertige Gedicht zum Geburtstag ihrer Mutter, sondern auch ihre Gedanken über Tattoos, über To-Do-Listen (und vor allem die „not-to-do-Listen“!), über modische Cafés und Smartphones.

Das Göttinger Publikum folgt ihr bereitwillig. Viele Lacher begleiten Mia Pittroff durch den Abend. Fehlen tun die Lacher, die einem eher im Halse steckenbleiben. Wenn sie bei ihrem nächsten Besuch in Göttingen davon noch etwas mehr im Gepäck hat, wird sie ihr Publikum noch mehr erobern und begeistern. Und ihre Blockflöte darf sie gerne wieder mitbringen – ihre Interpretation von „Atemlos“ war klasse!

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