Aus der öffentlichen Probe zum Sommerfest: "Die Probe", Premiere am 30. September

Auch wenn das Theater des boat people projekt kein „normales“ Theater ist, folgen die Theatermache doch dem Spielzeitenrhytmus und starten jetzt in ihre neue Spielzeit.

Neben den soziokulturrellen und theaterpädagogischen Projekten stehen auch einige Produktionen auf dem Spielplan des Theaters im ehemaligen IWF am Nonnenstieg.

Am 30. September feiert das Stück „Die Probe – Galixeo in Deutschmania“ seine Premiere. Die Inszenierung von Nina de la Chevallerie gastiert mit diesem Stück auch in Braunschweig und in Hannover. Natürlich geht es auch in dieser Schauspielproduktion um Geflüchtete. In einem Stück im Stück stellt ein Intendant Künstlerinnen und Künstler aus Syrien vor – die mit den etablierten Ensemblemitgliedern Brechts „Gelileo Galilei“ auf die Bühne bringen sollen, allen voran ein Intendant, der sich am Puls der Zeit fühlt. Es entspinnt sich ein beängstigend aktuelles Abbild der heutigen Zeit.

Seit vielen Jahren bietet das boat people projekt Projekte rund um die musikalische Auseinandersetzung mit der kulturellen Heimat von Geflüchteten an. Das „Boat People Song Projekt“ ist ein absoluter Höhepunkt dieses seit vier Jahren bestehenden erfolgreichen Schwerpunktes. Im Februar 2018 wird dieses Musiktheaterstück unter der Regie von Luise Rist und der musikalischen Leitung von Hans Kaul seine Premiere feiern. Ausschnitte daraus präsentierte das Projekt bereits bei seinem Sommerfest im August. (Siehe Photo)

In „Eiswiese – Boy meets girl” geht es um Grenzüberschreitungen. Auch hier werden die alltäglichen Probleme von Geflüchteten aufgegriffen, und zwar ganz speziell die von Jugendlichen. Das „junge boat people projekt“ geht damit in die nächste Runde: Das Stück, das Luise Rist den jugendlichen Spieler*innen auf den Leib schreibt, erzählt vom Lebensgefühl einer Generation, für die „der Syrer“ in der Klasse zwar Normalität geworden ist, die aber dennoch von starken Vorurteilen gegenüber den Neuankömmlingen geprägt ist. Die Premiere ist für den April 2018 geplant.

Im Mai 2018 planen Reimar de la Chevallerie und Christopher Weiß die Premiere von „Der Tag danach“. In diesem interaktiven „Game-Theater“ geht es um die Frage: Was bleibt von unseren Werten übrig, wenn die Angst regiert?

Alle Premieren sind für den Theatersaal im ehemaligen Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) geplant, wo das Freie Theater seit 2015 beheimatet ist. Allerdings wird das Gebäude im kommenden Jahr geschlossen, eine neue Spielstätte gibt es derzeit noch nicht. Theatermacher Reimar de la Chevallerie bleibt aber optimistisch: „Wir nehmen die Herausforderung an und werden in Göttingen bleiben.“

Das kann man sich in der Tat nur wünschen. Denn das boat people projekt ist nicht nur ein vielfach ausgezeichnetes Freies Theater, das das Göttinger Kulturleben ungemein bereichert, sondern leistet mit seinem Angebot einen unverzichtbaren Dienst für die Arbeit mit Geflüchteten. Damit ist das boat people projekt so sehr am Puls der Zeit, wie es sich der Intendant im Stück "Die Probe - Galixeo in Deutschmania" gar nicht besser vorstellen kann.

 

 

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